Bürgermeister will keine neue Realschule in Emmerich

Debatte über Schule : Hinze lehnt eine neue Realschule ab

Emmerichs Bürgermeister fürchtet eine Schwächung der Gesamtschule. Für sie gibt die Stadt 26 Millionen Euro aus.

Bürgermeister Peter Hinze hat am Freitag an die Vernunft der Politik appelliert und dazu aufgefordert, die Gesamtschule nicht durch die Forderung nach einer neuen Realschule zu beschädigen.

Der Hintergrund: Unter der Federführung von Herbert Ulrich (CDU) und Steffen Straver (FDP) diskutiert ein Kreis Interessierter derzeit die Möglichkeiten, eine neue Realschule in Emmerich zu gründen, weil die alte nach den Ferien zugunsten der Gesamtschule ausläuft. Gleiches gilt für die Hauptschule.

 Zwei Möglichkeiten einer Realschul-Neugründung sind möglich: eine private Realschule in Elten und eine staatliche im Gebäude der neuen Gesamtschule neben dem Theater.

Eine private Realschule hat wohl keine Chance. Schon deshalb, weil die Gründer mehr als 100.000 Euro an Kapital beisteuern müssten.

Die Befürworter einen neuen Realschule bevorzugen daher  Variante zwei. Über eine Elternbefragung, die der Rat beauftragen müsste, wäre eine solche Neugründung möglich, wenn sich eine Mehrheit der Eltern dafür ausspricht.

Bürgermeister Peter Hinze trat am Freitag dieser Idee allerdings energisch entgegen. „Wer eine neue Realschule will, entzieht der Gesamtschule wichtige Schülergruppen und macht aus der Gesamtschule letztlich eine Hauptschule.“ Hinze sprach von „Störfeuer durch den Einen oder Anderen in der CDU“. Die Debatte sei überflüssig.

Hinze: „Der Rat hat sich im Jahr 2017 mit dem Thema beschäftigt. Alle haben beschlossen, dass es keine neue Realschule geben soll.“

Zur Erklärung: Im Herbst 2017 war der Unmut von Teilen der Emmericher Elternschaft über die Gesamtschule öffentlich zu beobachten. Rund um den damaligen Elternsprecher der Emmericher Realschule, Hans-Joachim Büscher, bildete sich ein Kreis, der den Weiterbestand der Realschule forderte. Weil deren Auslaufen allerdings beschlossen und durch die Behörden bereits eingeleitet worden war, musste es über die Neugründung einer (dann zweizügigen) Realschule gehen. Doch aus Rücksicht auf die damals junge Gesamtschule und die Millionen-Investitionen in diese wurde daraus nichts.

Hinze erinnerte daran, dass für den Neubau der Gesamtschule mehr als 26 Millionen Euro ausgegeben werden. „Dahinter steckt auch ein pädagogisches Konzept mit einer übergreifenden Nutzung von Klassen- und Fachräumen. Da lässt sich nicht einfach eine Realschule anschließen. Für diese müsste es zudem eigene Räume für Lehrer und Verwaltung geben.“ Außerdem sei die Gesamtschule pro Jahrgang immer fünf- bis sechszügig. Es gebe daher gar keinen Platz für neue Realschulklassen.

Hinze trat auch dem Argument der Realschul-Freunde entgegen, jedes Jahr meldeten Emmericher Eltern 30 Kinder in anderen Städten an. Überwiegend an der Realschule in Rees. „In den Jahrgängen fünf bis zehn sind insgesamt 86 Kinder nicht in Emmerich angemeldet. Sie stammen überwiegend aus Praest und gehen mehrheitlich in Rees zur Schule, weil das näher ist.“

Nach den Schulferien, so Hinze, gehen 28 Emmericher Kinder nicht in Emmerich zur Schule. 13 gehen zur Realschule nach Rees, 13 zum Gymnasium (überwiegend Rees) und zwei zur Hauptschule in Rees.

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