1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich

Bürgermeister Peter Hinze spricht beim Unternehmerabend in Emmerich

Unternehmerabend : Hinze: „Viel Potenzial beim Bauland“

Beim Unternehmertreffen im PAN in Emmerich sprach Bürgermeister Peter Hinze vor rund 120 Besuchern unter anderem über den Wohnungsmarkt. Weitere Redner befassten sich mit Fördermitteln, Innenstadt und Handwerk.

Bis zum Jahr 2032 besteht in Emmerich am Rhein der Bedarf auf 1252 weitere Wohneinheiten. „An Wohnbaupotenzial haben wir 1358 Einheiten, so dass wir diese Nachfrage auch decken können“, sagte Bürgermeister Peter Hinze.

Zum Thema „Wohnungsbau in Emmerich am Rhein: Bedarfe – Flächen – Programme“ lud die Wirtschaftsförderung Kreis Kleve am Donnerstagabend ins PAN ein. Mehr als 120 interessierte Unternehmer konnte Hans-Josef Kuypers begrüßen. Das sei die 14. Veranstaltung zum Thema Bauen und man habe bisher über 1100 Gäste damit erreichen können. Das zeige, dass das Thema allerorten größte Aufmerksamkeit bekomme. „Bezahlbarer Wohnraum ist dabei eines der Hauptanliegen“, so der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve.

Eingeladen hatte die Wirtschaftsförderung des Kreises Kleve. Foto: Klaus-Dieter Stade (kds)

Bürgermeister Peter Hinze berichtete über das Handlungskonzept mit der Analyse des Emmericher Wohnungsmarktes, das die Firma Empirica erstellt hat anhand von Interviews, Workshops und Datenanalysen. „Es liegt jetzt vor und wird in nächster Zeit dem Rat vorgelegt“, so Hinze. Unter anderem geht es um den alten Wohnungsbestand, um den Bau von Mehrfamilienhäusern, um die hohe Nachfrage nach Bauland. Zurzeit gebaut und geplant werde am Kasernengelände – ein echtes Leuchtturmprojekt, weil hier Wohnungen für Alt und Jung geschaffen werden, am Neumarkt, an Eltener Straße, Grollscher Weg, auf dem alten Katjesgelände und am Pioniergelände Dornick. „Wir müssen den Wohnungsmarkt konsequent beobachten, Bauland aktivieren, den alten Bestand überprüfen. Da besteht viel Potenzial.“ Wichtig seien altersgerechte Angebote und preiswertes Wohnen. Eine Herausforderung sei es, junge Familien an Emmerich zu binden.

Zum Thema „Wohnungsbau und öffentliche Förderung – ein Thema für die Kreditwirtschaft“ standen Stephan Kunz von der NRW.BANK, Thorsten Welmans, Sparkasse Rhein-Maas, und Peter Schau, Volksbank Emmerich-Rees, Rede und Antwort. „Der Kauf einer Immobilie ist eine der größten wirtschaftlichen Entscheidungen im Leben. Deshalb sind eine individuelle Beratung und die Beachtung von vorliegenden Gegebenheiten wichtig“, so Welmans. Schau ergänzte, es sei auch nicht einfach, durch den „Fördermitteldschungel“ durchzublicken, da helfe der Berater gerne. „Man bekommt Fördermittel nicht nur für Komplettbauten oder -sanierungen, sondern auch beispielsweise für den behindertengerechten Umbau des Bades oder für die energetische Umrüstung“, erklärte Stefan Kunz.

Beim „Blick in die Zukunft“ sagte Horst Boch, Vorstand der Emmericher Baugenossenschaft, dass man mehr altersgerechte Wohnungen benötigen wird. Welmans berichtete, dass die Sparkasse Grundstücke am Kasernengelände erworben habe und aus dem geplanten „Wohnen mit Pferd“ jetzt ein „Wohnen ohne Pferd“ konzipiere und hoffe, damit Mitte des nächsten Jahres auf den Markt zu gehen. Udo Wittenhorst, Immobilienberater der VOBA, sagte: „Wir müssen die ‚Innenstadt‘ anpacken. Viele ältere Leute verkaufen ihre Einfamilienhäuser und wollen in der Stadt wohnen, wo sie kurze Wege haben. Wir müssen Anreize schaffen, damit die Eigentümer in die Altbestände investieren.“

Aber auch auf die sogenannten weichen Standortfaktoren wie Schulen, Kindergärten, Schwimmbad, die „Work-Life-Balance“, müsse man Wert legen, sagte Peter Hinze. Michael Köster, Betriebsleiter der Hochbau Niederrhein und Obermeister der Bauinnung im Kreis Kleve, sprach über die Probleme im Handwerk, Nachwuchs zu bekommen. „Es muss uns gelingen, das Handwerk wieder attraktiver zu machen.“ Außerdem verursache die „Regulierungswut“ in Deutschland hohe Kosten, da müsse die Politik aktiv werden, das abzubauen.

Hinze sagte zum Schluss: „Man muss auch auf das schauen, was wir bereits geschafft haben. Wir sollten uns gemeinsam auf den Weg machen, um den benötigten Wohnraum zu ermöglichen.“