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Emmerich: Brand nach Einbruch: Zeugen können Fragen nicht klären

Emmerich : Brand nach Einbruch: Zeugen können Fragen nicht klären

Der Fall der beiden jungen Emmericher, die einen Einbruch an der Seufzerallee begangen und danach die ausgeräumte Wohnung in Brand gesetzt haben sollen, bleiben weiter viele Fragen.

Gestern war am Landgericht Kleve der dritte Verhandlungstag gegen die 23-jährigen und einen 24-jährigen Männer.

Wie berichtet geben beide den Einbruch am 28. August zu. Der Brandstiftung beschuldigen sie sich gegenseitig. Und sieben Zeugen, die gestern von Richter Jürgen Ruby befragt wurden, konnten die Schuldfrage nicht klären.

Zunächst traten vier junge Männer zwischen 23 und 30 Jahren in den Zeugenstand, die den Abend zum 28. August letzten Jahren mit den beiden Angeklagten verbracht hatten. Alle sagten übereinstimmend aus, dass viel Alkohol getrunken wurde. Vom Drogenkonsum der beiden Angeklagten — sie gaben an, gekifft und berauschende Pilze konsumiert zu haben — hatte keiner etwas gemerkt. Ebenfalls als Zeugin geladen war die 78-jährige damalige Besitzerin des Hauses an der Seufzerallee. Sie war von einer Mieterin angerufen worden, weil der Flur völlig verrußt war. In der offenstehenden, ausgebrannten Wohnung im zweiten Stock sah sie, dass zwei Herdplatten "beängstigend rot glühten" und der Herd eingeschaltet war; sie schaltete alles aus.

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Zwei Polizisten berichteten von den Brandherden am Sofa und einem angekokelten Handtuch in der Küche auf dem Herd. Einer der beiden war der Ansicht, dass der jüngere der beiden Angeklagten als Letzter im Raum gewesen sein müsse.

An diesem Tag gab auch der psychiatrische Sachverständige sein Gutachten über die beiden Angeklagten ab: "Sie sind unausgereifte Persönlichkeiten, leiden aber nicht an einer Persönlichkeitsstörung", erklärte er. Bei dem Jüngeren sei früher ADHS diagnostiziert worden. Er habe dann mit 15 Jahren Cannabis genommen, davon wurde er ruhiger. Den Älteren hat der Tod des Stiefvaters sehr zugesetzt, er habe mit 18 mit Drogen begonnen.

Da beide an dem Abend vor der Tat Alkohol und Drogen konsumiert hatten, könne es zu Wahrnehmungsanomalien gekommen sein. Dadurch können sich die Steuerungsfähigkeit, aber auch die Kritik- und Urteilsfähigkeit, erheblich mindern. Er empfahl eine mindestens 18-monatige therapeutische Betreuung. Das Verfahren wird am 20. Februar fortgesetzt.

(moha)