Kampfmittelräumdienst in Emmerich Montag wird entschieden, wann die Bombe entschärft wird

Update | EMMERICH · Die Stadt geht stark von einem Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg aus. Corona-Infizierte haben für den Notfall einen eigenen Treffpunkt.

 Der Kampfmittelräumdienst wird die Stelle genau untersuchen (Symbolbild).

Der Kampfmittelräumdienst wird die Stelle genau untersuchen (Symbolbild).

Foto: Latzel/Latzel, Sebastian

Wie mehrfach berichtet, wird in der Nähe des Krankenhauses eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet. Die Stadt Emmerich gab jetzt bekannt, dass der Bereich am Montag, 18. Juli, durch den Kampfmittelräumdienst „final untersucht“ werde.

Noch steht nicht 100-prozentig fest, was da in der Erde lagert. „Aber sicher ist, dass dort etwas liegt, was da nicht hingehört“, so Stadtsprecherin Lea Winnig. Die Experten würden stark von einer Bombe ausgehen. Darauf würden auch die Auswertungen der Luftbilder hindeuten.

Der mutmaßliche Sprengkörper liegt ungefähr 3,5 Meter tief im Boden. Alles ist mit Erdreich abgedeckt, der Bereich also sicher und nicht offen zugänglich. Von ihm gehe aktuell keine Gefährdung aus, heißt es von Seiten der Stadtverwaltung Emmerich.

Sollte sich die Vermutung einer Bombe bestätigen, sind je nach Art und Umfang zwei Szenarien möglich: entweder ist eine vollständige Evakuierung in einem inneren Sicherheitsbereich im Radius von 250 Metern oder von 500 Metern um den Fundort herum notwendig. Das bedeutet, dass sich zum Zeitpunkt der Entschärfung keine Person mehr in dem entsprechenden Umkreis aufhalten dürfen. In einem zusätzlichen äußeren Sicherheitsbereich, der je nach Szenario 500 oder 1000 Meter beträgt, dürfen die Anwohnerinnen und Anwohner ihre Wohnungen nicht verlassen und müssen Fenster und Türen geschlossen halten.

Von den Untersuchungen der Experten am Montag wird auch abhängen, ob die Entschärfung direkt am Montag oder am Folgetag erfolgt. Durch Lautsprecherdurchsagen der Feuerwehr soll die Bevölkerung informiert werden.

Für den Zeitraum der Evakuierung wird empfohlen, eine private Unterkunft bei Freunden oder Verwandten zu organisieren. Für Personen, die keine Möglichkeit der privaten Unterbringung haben, stellt die Stadtverwaltung für die Dauer der Evakuierung Unterkünfte zur Verfügung.

Dazu gibt es zwei Stellen: Alle aktuell infizierten Covid-19-Patienten können sich in die Liebfrauenschule (Speelberger Straße 215) begeben.   Für alle anderen Bürgerinnen und Bürger steht die Leegmeerschule (Hansastraße 56) zur Verfügung.

In den Unterkünften wird ausschließlich Trinkwasser bereit gestellt. Lebensmittel müssen die Leute selbst mitbringen. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen gilt in den Unterkünften Maskenpflicht.

Für Bürgerinnen und Bürger, die kein Auto zur Verfügung haben, besteht die Möglichkeit, mit Bussen zu den Unterkünften zu fahren. Die sogenannten „Aufnahmenpunkte“ befinden sich am Alten Markt und an der alten Rettungswache (Pesthof 14 / Ecke Wallstraße).

 Für Rückfragen hat die Stadt zu den regulären Öffnungszeiten des Rathauses ein Bürgertelefon unter der Rufnummer 02822 755 755 freigeschaltet. Hilfsbedürftige Personen können sich zudem per E-Mail an ordnung@stadt-emmerich.de mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Ordnungsbehörde in Verbindung zu setzen. So kann die Unterstützung durch die Rettungskräfte sichergestellt werden.

 Die Stadt hat unter www.emmerich.de/de/inhalt/kampfmitteluntersuchung eine Website eingerichtet, auf der die wichtigsten Fragen beantwortet werden. Außerdem finden sich dort Karten mit dem äußeren und inneren Sicherheitsbereich für beide Szenarien und hausnummernscharfe Straßenliste für die Evakuierung. Außerdem wird am Montag auf der Startseite von www.emmerich.de ein Newsticker eingerichtet, der regelmäßig über den aktuellen Stand informiert. Die Kommunikationsabteilung wird darüber hinaus permanent über den Facebook-Account der Stadt informieren. Ebenfalls erfolgt eine Warnung über die Nina-App.

(zel)
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