1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich

Emmerich: Bodo Wißen attackiert die IG Biss: Neue Betuwe-Trasse "unrealistisch"

Emmerich : Bodo Wißen attackiert die IG Biss: Neue Betuwe-Trasse "unrealistisch"

Der SPD-Politiker ist "dankbar" für seinen Beitrag zu den Betuwe-Plänen. Die Forderungen der IG Biss seien nicht durchsetzbar und verantwortungslos.

Bodo Wißen schießt in der Diskussion um die mögliche Erweiterung der Autobahn 3 scharf gegen die IG Biss, namentlich gegen ihren Vorsitzenden Karl-Heinz Jansen. "Ein Ausbau der Betuwe entlang der Bundesautobahn (BAB) 3 ist unrealistisch", schreibt er in einer Mitteilung. "Man mag das bedauern, aber man sollte auch ehrlich und verantwortungsvoll mit einem solchen Projekt umgehen und den Menschen die Wahrheit sagen." Dazu gehöre es, "zu sagen, was geht und was nicht, und dann das Beste für die Menschen herauszuholen".

Die IG Biss hatte einen möglichen sechsspurigen Ausbau der Autobahn als "katastrophale Fehlentwicklung" bezeichnet. Sie fordert — wie schon seit jeher — die Anlage einer neuen, von der Kapazität her ausreichenden Betuwe-Trasse abseits von Wohngebieten.

"Mit ,Wünsch-Dir-Was' ist keinem geholfen", feuert Wißen dagegen. Würden neue Bahngleise entlang der Autobahn gebaut werden, würde also nicht das dritte Gleis auf der bestehenden Strecke gebaut, dann hätten die Anwohner keinen Anspruch auf den Bau von Unter- und Überführungen und von Lärmschutz, argumentiert er.

Seine Überzeugung: "Wenn sich Herr Janssen unrealistischerweise durchsetzen würde, müssten wir noch länger vor geschlossenen Schranken warten, käme es zu weiteren gefährlichen Situationen an den schienengleichen Bahnübergängen, und wir müssten den Lärm auf ewig ertragen."

Er sei "dankbar, dass ich dazu beitragen konnte, die Kommunen entlang der Bestandsstrecke von Kosten für die Beseitigung von schienengleichen Bahnübergängen zu befreien".

Die Fronten scheinen in dieser Angelegenheit verhärtet zu sein. Janssen hatte zuvor unter anderem die Akteure auf der politischen Bühne kritisiert. "Wer nun die negativen Entwicklungen bei uns weiterhin so vehement ignoriert, muss auch deutlich die Verantwortung der zunehmend schlechten Verkehrsverhältnisse für den rechten Niederrhein übernehmen", hatte Janssen erklärt: "Dies sind in erster Line unsere Kommunalen Politiker, Betuwe-Arbeitskreise und Beiräte, Landespolitiker, aber auch die Bürger selbst, die nicht aktiv für eine Verbesserung kämpfen."

Wenn nicht von veralteten Plänen abgelassen werde und "Eitelkeiten beiseite geschoben" würden, werde der rechte Niederrhein "mit Vollgas" abgehängt.

(RP/rl)