Emmerich: Bobby: Der tierische Held aus Praest

Emmerich: Bobby: Der tierische Held aus Praest

Es gibt Geschichten, die sind wirklich verrückt. So wie diese von Bobby, dem vierjährigen Shih-Tzu-Mischling aus Praest. Am Donnerstag gegen 15.15 Uhr, war er plötzlich verschwunden. Helga Venderbosch (79) konnte sich keinen Reim darauf machen. Eigentlich verlässt der Rüde Haus und Garten an der Grüne Straße 66 nie. Jedenfalls nicht ohne sein Frauchen.

Die Stunden vergingen, die Sorgen der Familie wurden größer. Sie startete erste Aufrufe im Internet: Hund vermisst! Dann erzählte das Enkelkind, es habe einen großen VW gesehen, der kurz vor der Tür gehalten habe. Dann sei er schnell wieder weggefahren in Richtung Vrasselt.

Da war es Zeit für die Familie, die Polizei einzuschalten. Und die reagierte gestern mit einer Meldung an die Öffentlichkeit. Dass nämlich Bobby vermutlich in einen Wagen gezogen worden sei. Die Beamten schickten auch ein Bild mit, auf dem Bobby zu sehen war.

Und tatsächlich schien das alles empörend zu sein. Einer alten Dame den Hund stehlen - wer macht denn sowas?

Das dachte sich auch Bild-Reporter Andreas Wegener aus Essen, der sich direkt auf den Weg nach Praest machte. Er hörte sich nicht nur bei Familie Venderbosch die Geschichte um den vermissten Bobby an, sonder machte sich auf die Suche nach dem Hund. Und nicht nur er. "Ganz Praest hat mitgeholfen", berichtete Helga Venderbosch. "Die Nachbarn, die Kinder, weil Bobby doch so gerne mit ihnen spielt. Und die Polizei war so nett. Die haben hier ein paar Mal angerufen und gefragt, ob der Hund wieder da ist."

Viel Hoffnung hatte Frauchen allerdings nicht, dass ihr Hund noch einmal gefunden wird. "Wir waren sicher, dass ihn jemand gestohlen und zum Decken nach Holland gebracht hat. Von dort kommen ja viele Shih-Tzu."

Doch dann erreichte sie eine erste Meldung: Jemand hatte Bobby in einem Feld in der Nähe der Autobahn gesehen. Sofort machte sie sich mit ihrem Sohn Timo mit dem Auto auf den Weg. Und auch Reporter Wegener stieg noch einmal in seinen Wagen, fuhr in die Richtung, in der Bobby gesichtet worden sein sollte.

"Ich stand mit meinem Sohn an dem Feld. Da war aber nichts zu sehen", schildert Helga Venderbosch den Moment gestern gegen 15.15 Uhr. "Aber plötzlich lacht mein Sohn und sagt: ,Schau mal'. Da hat der Reporter den Bobby auf dem Arm!"

Die Praesterin konnte es gestern noch nicht fassen. Überglücklich hat sie ihren Bobby in die Arme geschlossen, den sie mit sieben Monaten bekommen hat. "Er war ganz verdreckt, hat getrunken und ein bisschen gefressen. Dann hat er geschlafen", sagte sie gestern Nachmittag. Und: "Unten herum sah er nicht gut aus." Für sie ein Zeichen dafür, dass irgendjemand Bobby zum Decken gestohlen und anschließend ausgesetzt hat.

(ha)