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Emmerich: Blitz stört den Melk-Roboter

Emmerich : Blitz stört den Melk-Roboter

Das ausgefallene Telefonnetz in Klein-Netterden beeinträchtigt auch die Arbeit eines Landwirtes. Und: Jetzt hat sich bei der Redaktion auch noch ein Reeser gemeldet, der seit 15 Tagen eine tote Telefonleitung hat.

In Klein-Netterden schreibt man am Freitag den 15. Tag, an dem die Kommunikationstechnik streikt. Wie berichtet, hatte ein Blitzeinschlag am 18. August für einen Totalausfall von Telefon, Fax und Internet bei sechs Anschlüssen im Emmericher Ortsteil gesorgt. Seitdem warten alle Betroffenen auf die Telekom.

Die Probleme von Landwirt Herbert Scheers hatte die Redaktion bereits geschildert. Wie sehr Mensch (und Tier) mittlerweile von der Technik abhängig sind, zeigt sich aber vor allem bei Namensvetter Christian Scheers vom benachbarten Steinackerweg. 800 000 Euro hat der Klein-Netterdener Milchbauer zuletzt in seinen Betrieb investiert.

Gemeinsam mit Vater Friedhelm kümmert er sich um die etwa 120 Milchkühe, die in einem modernen Boxenlaufstall stehen und vom Roboter gemolken werden. Und diese Melkanlage ist so modern, dass sie sich automatisch per Telefon meldet, wenn mit dem System, das rund um die Uhr läuft, etwas nicht stimmen sollte.

Leider funktioniert das nur über die Leitung der Telekom, und auf deren Techniker wartet Christian Scheers deshalb nun händeringend: "Ich muss jetzt zwei- bis dreimal pro Nacht aufstehen und alles kontrollieren. Dieser Tage hatte sich eine Kuh eingeklemmt. Die hätte morgens noch so da gestanden, wenn ich das nicht um 23.30 Uhr entdeckt hätte", erzählt der Milchbauer genervt.

Doch Probleme mit dem Telefon scheint es nicht nur in Klein-Netterden zu geben. Gestern meldete sich per Handy Thomas Wenning aus Rees, der in der Queckvoor wohnt. Auch sein Telefonanschluss ist bereits seit 15 Tagen tot. Grund ist ebenfalls ein Gewitter gewesen. Doch anders als in Klein-Netterden ist Wenning kein Telekom-Kunde, sondern beim Anbieter "1&1".

Das macht die Sache aber offensichtlich auch nicht besser: "Ich habe bereits mehrmals einen Techniker angekündigt bekommen, aber gekommen ist bislang niemand", beklagt sich Wenning. Die Telefongesellschaft stellt das jedoch ganz anders da.

Auf Nachfrage des Reesers, wo denn die Monteure blieben, bekam er zur Antwort, dass er — trotz vereinbarter Termine — nicht zu Hause gewesen sei. Ein doppelter Grund zum Ärger für Wenning, denn: "Das stimmt nicht. Wir haben immer gewartet, allerdings vergeblich. Und so schon fast zwei Wochen der Ferien verplempert." Mal schauen, wie lang's noch dauert — in Klein-Netterden und Rees.

(RP)