Überraschung in Emmerich Bischof will kein Grundstück für Betuwe in Elten hergeben

Elten · Das wussten viele Menschen nicht: Die Kirche hat ein Druckmittel in der Hand gegen die Betwue-Pläne der Bahn in Elten. Jetzt macht der Bischof davon Gebrauch.

Auf dem Eltener Berg trafen sich (von links) Georg Schoofs, Adalbert Niemers vom NABU, Weibischof Rolf Lohmann, Karl-Heinz Heuvelmann (Kirchensteuerrat), Johannes ten Brink von der Bürgerinitiative, Annika Preissner vom BGV sowie Thomas Höver, ebenfalls Mitglied der Bürgerinitiative.

Auf dem Eltener Berg trafen sich (von links) Georg Schoofs, Adalbert Niemers vom NABU, Weibischof Rolf Lohmann, Karl-Heinz Heuvelmann (Kirchensteuerrat), Johannes ten Brink von der Bürgerinitiative, Annika Preissner vom BGV sowie Thomas Höver, ebenfalls Mitglied der Bürgerinitiative.

Foto: Privat

Auf Einladung der Bürgerinitiative „Rettet den Eltenberg“ hat sich Weihbischof Rolf Lohmann, Regionalbischof für den Niederrhein und Recklinghausen, vor Ort über die geplante Trassenführung der Betuwe-Linie in Elten informiert. Dabei ließ er sich erläutern, welche Eingriffe in die Landschaft geplant sind. Begleitet wurde der Weihbischof unter anderem von Georg Schoofs, Gruppenleiter der Abteilung Kirchengemeinden im Bischöflichen Generalvikariat (BGV) in Münster.

„Wir betrachten die geplante Trassenführung und die damit einhergehende Verlegung der Bundesstraße 8 schon länger kritisch“, sagte Schoofs. Denn diese stellten nicht nur einen erheblichen Eingriff in die Natur dar, sondern gefährdeten auch den Kulturort Eltener Berg. Auf diesem stand einst ein Kloster, dessen Grundstücke nach der Auflösung an den Bischöflichen Stuhl übergegangen sind. Nach wie vor werden in der St.-Vitus-Kirche regelmäßig Gottesdienste gefeiert. Darauf weist auch Weihbischof Lohmann hin: „Da wir als Kirche die Aufgabe haben, die öffentlichen Belange für Gottesdienst und Seelsorge sowie das Kulturgut Stift Hoch-Elten zu vertreten, haben wir erhebliche Bedenken gegen die geplante Trasse. Dazu kommt ein schwerer Eingriff in Natur und Landschaft, den ich so nicht gutheißen kann.“

Das Bistum favorisiere daher die von der Bürgerinitiative entwickelte sogenannte „Gleisbettvariante“, die eine leicht geänderte Trassenführung vorsieht. „Zunächst gilt es zu betonen, dass wir das Infrastrukturprojekt an sich nicht in Frage stellen“, sagte Lohmann, „grundsätzlich ist es zu begrüßen, dass der Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlegt wird.“ Dabei sei es jedoch wichtig, die Veränderungen des Lebens- und Kulturraums der Menschen und überhaupt die Eingriffe in die Natur so verträglich wie möglich zu gestalten. Das sei bei der aktuell geplanten Trasse allerdings nicht erkennbar.

Schoofs teilte zudem die Kritik der Bürgerinitiative, dass Deutsche Bahn und Straßen NRW für die Verlegung der Bahn- und Straßentrasse kein gekoppeltes Planfeststellungsverfahren durchführen und die Bahn, trotz aller Kritik auch seitens der Kommune und des Kreises Kleve, an der Planung und ihrem Verfahren festhalte.

Die Kirche ist nicht nur am Eltener Berg von den Planungen betroffen, sondern auch im Ort selbst. Denn der Pfarrei St. Vitus gehört das potentielle Tauschgelände zur Umsiedlung des Sportplatzes in Elten. Nach den Planungen der Bahn soll dieser Sportplatz im Zuge der neuen Trassenführung überbaut und umgesiedelt werden, während er bei der „Gleisbettvariante“ der Bürgerinitiative bestehen bliebe. „Einen Grundstückstausch, der im Zusammenhang mit einer Trassenführung über den Sportplatz steht, werden wir kirchenaufsichtlich nicht genehmigen“, stellte Schoofs klar.

(hg)