Bildungs-Besuch aus Süd-Korea an der Gesamtschule Emmerich

Schulen : Besuch aus Korea an Gesamtschule

Vertreter des Bildungsministeriums informierten sich über das Schulkonzept.

(RP) Seoul-Frankfurt-Berlin-Emmerich-Seoul – das war die Route von Jin-Won Lee und Hyunkyu Park, als es zu einem Informationsbesuch der beiden Vertreter aus dem Ministerium für Jugend und Familie an der Städtischen Gesamtschule Emmerich kam. Denn obgleich Süd-Korea bei der Pisa-Studie immer sehr erfolgreich ist, hat man dort erkannt, dass die Selbstständigkeit junger Menschen auch in ihrem Land unbedingt gefördert werden muss. Lee hatte auf der Suche nach Vorbildschulen auch die Gesamtschule Emmerich entdeckt und bat um die Möglichkeit eines Besuchs. Eine Dolmetscherin aus Berlin kam mit und so konnten Lehrer und Schüler – fast immer auf Englisch – erklären, was das Projektbasierte Lernen an der Städtischen Gesamtschule Emmerich bedeutet.

Nachdem die Schulleitung das Basisprogramm „Kreativ“ vorgestellt hatte, waren es vor allem die Schüler, die Projekte und Schülerfirmen ausführlich erklärten. Sehr erstaunt waren die Gäste, dass es die Schülerfirma ‚Glücksbäcker‘ schon im vierten Jahr gibt und dass dort die Firmenstruktur realen Vorbildern nacheifert. Gemeinsam mit ihrem Lehrer stellten Timo te Laak und Tobias Portugall die Firma „Keimzelle“ vor und erklärten, dass sie stolz auf den mit dieser Schülerfirma erreichten 2. Platz im IHK Wettbewerb 2019 waren. Die Kooperation mit regionalen Firmen und die Unterstützung dadurch für die Projektarbeit war für die Koreaner etwas Neues, was sie sich gleich notierten.

Lee und Park haben die Aufgabe, in Süd-Korea das Projektbasierte Lernen zu etablieren, und waren deshalb auf der Homepage auch auf das Projekt „Nachhaltige Grillkohle“ aufmerksam geworden, das der stellvertretende Schulleiter 2018 als Idee mit an die Schule gebracht hatte. Im Verlauf des Projektes haben die Schüler an Politiker geschrieben und offiziell mit Hilfe einer Unterschriftenliste im Europäischen Parlament ein Gesetz zum Verbot der Nutzung von Tropenholz für Holzkohle beantragt. 

Anschließend waren die Gäste an weiterem Kontakt mit der Gesamtschule interessiert und baten darum, zwei Kapitel aus dem Schulprogramm ins Koreanische übersetzen und für die Weiterarbeit in der Jugendagentur des Ministeriums nutzen zu dürfen.