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Emmerich: BGE fordert Ende der Handelsblockade

Emmerich : BGE fordert Ende der Handelsblockade

Aldi, Lidl, Kaufland, Rewe – vier Beispiele für Geschäfte, die größer werden wollen, aber nicht dürfen. Jetzt fordert die BGE ein Umdenken in Emmerich. Bislang gilt die Linie im Rathaus: Erst kommt der Neumarkt, dann der Rest.

Aldi, Lidl, Kaufland, Rewe — vier Beispiele für Geschäfte, die größer werden wollen, aber nicht dürfen. Jetzt fordert die BGE ein Umdenken in Emmerich. Bislang gilt die Linie im Rathaus: Erst kommt der Neumarkt, dann der Rest.

 Früher Opelhandel "Wemmer & Jansen", heute Ruine. Rewe hat großes Interesse an der Mennonitenstraße bekundet.
Früher Opelhandel "Wemmer & Jansen", heute Ruine. Rewe hat großes Interesse an der Mennonitenstraße bekundet. Foto: Archiv

BGE-Chef Gerd Bartels hat gestern Bürgermeister Johannes Diks einen Brief geschrieben. Darin fordert er die schnellstmögliche Weiterentwicklung des Einzelhandelskonzepts für Emmerich. Und zwar ohne, dass ein externer Gutachter dafür geholt werden muss.

Zur Erklärung: Vor einigen Jahren haben sich die Emmericher ein Einzelhandelskonzept gegeben, das die Innenstadt vor dem Ausbluten schützen soll. Was außerhalb der Wälle verkauft werden darf, ist klar geregelt. Und besonders, was nicht verkauft werden darf. Dahinter steckt die Sorge, dass sich außerhalb der Innenstadt Einzelhandel so sehr ansiedelt, dass eine Bebauung des Neumarktes nicht mehr rentabel ist. Weil es eben "draußen" schon ein gutes Angebot gibt.

Doch seit über 30 Monaten tut sich nichts auf dem Neumarkt. Und inzwischen häufen sich die Anfragen, die Emmerich aufgrund der selbst auferlegten Blockade ablehnen muss. Kaufland will auf dem Steintor-Gelände neu bauen. Doch die Chancen stehen derzeit nicht gut. Aldi darf an der Bahnhofstraße nicht erweitern und will, so ist zu hören, später auch bei Kaufland rein, wenn dieses auf dem Steintor-Gelände ist. Doch das verzögert sich alles aus beschriebenen Gründen. "Wemmer und Janssen" an der Mennonitenstraße ist ein interessanter Standort. Rewe möchte gerne dort neu bauen. Doch die Stadt erlaubt nur kleine Geschäfte, was Investoren bislang nicht interessiert hat. Die Drogeriekette "Rossmann" will nach Emmerich, schreibt die BGE in ihrem Brief. Doch findet das Unternehmen in der Innenstadt keine Fläche, die groß genug ist.

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Die BGE fordert daher, dass der Bereich Hafenstraße/Mennonitenstraße und das Steintorgelände für Investoren freigegeben werden. "Kommunalpolitisches Ziel muss es sein, neben der bisher noch nicht umgesetzten Neumarktbebauung mit einer deutlich sichtbaren Öffnung beider Bereiche für den Einzelhandel in den nächsten Jahren eine insgesamt attraktive Innenstadt zu erreichen", schreibt Bartels. Damit ziele Emmerich für die Zukunft nicht mehr ausschließlich auf die positive Wirkung der Rheinpromenade ab.

(RP)