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Emmerich: Betuwe: Neuer Plan für Kreisverkehr in Hüthum

Emmerich : Betuwe: Neuer Plan für Kreisverkehr in Hüthum

Ronald Pofalla kommt am Freitag zur Betuwe-Linie. Zwei Aspekte stehen für die Menschen jetzt im Mittelpunkt. Erstens: Bahnübergänge, vor allem der in Hüthum. Zweitens: Die Sicherheit an der Trasse.

Der Heimatverein Hüthum-Borghees hat seine Pläne für einen Bahnübergang an der Felix-Lensing-Straße noch einmal überarbeitet. Der Bauingenieur Johannes ten Brink hat seine neue Idee "die 90-Grad-Variante" genannt.

Wesentliche Änderung zum bisherigen Vorschlag: Es soll einen Kreisverkehr geben. Die Bundesstraße 8 soll, von Emmerich kommend, eine Kurve nach Norden beschreiben. Dann würde sie auf Höhe der heutigen Felix-Lensing-Straße gerade unter der Bahnlinie hindurch geführt. Straße und Bahnlinie würden einander im 90-Grad-Winkel kreuzen, daher der Name für das Konzept.

Oberhalb der Bahnlinie gäbe es dann den Kreisel. In diesen würde von Norden aus die Felix-Lensing-Straße münden. Westlich würde die Bundesstraße 8 weitergebaut.

Der Kreisverkehr würde dafür sorgen, dass die B 8 eine Kurve weniger beschreiben müsste. Der kurvige Verlauf war nämlich an der vorherigen Hüthumer Idee kritisiert worden. Gegebenenfalls hätte man für Tempolimits kämpfen müssen. "Durch den Kreisverkehr würde die Geschwindigkeit aber automatisch begrenzt, so wie anderswo an Kreisverkehren auch", argumentiert Johannes ten Brink.

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Der Heimatverein appelliert an alle Bürger, Freitag zu Pofallas Besuch zu kommen: um 12.30 Uhr zum Ortstermin an der Felix-Lensing-Straße, danach zur Präsentation der Konzepte auf Gut Falkenstein, Georgstraße 6. Auch die Stadt wird ihre Vorstellung darlegen, es soll eine kurze Diskussion geben.

Mindestens ebenso sehr wie die Situation in Hüthum treibt die Emmericher die Sorge um die Sicherheit an der Betuwe-Linie um. Jüngster Auslöser dafür ist der Brand einer Lok am Wochenende.

Nach den Konzepten der Bahn soll es in den geplanten Lärmschutzwänden in Abständen von einem Kilometer Türen geben, durch die im Unglücksfall Rettungskräfte auf die Schienen gelangen. "Wir fordern Abstände von 200 Metern", sagt Emmerichs Feuerwehrchef Martin Bettray. Das verlangt der "Arbeitskreis Gefahrenabwehr", in dem die Feuerwehren entlang der Trasse organisiert sind. "Wir müssten sonst ungünstigstenfalls 500 Meter bis zur Einsatzstelle zurücklegen" — und zwar mit der gesamten Ausrüstung, gegebenenfalls in Schutzanzügen: "Das ist nicht leistbar, das geht überhaupt nicht."

Ein weiteres Problem ist die Sicht: Die Mauern versperren jeden Blick aufs Szenario. Transparente Wände lehnt die Bahn aber ab, weil sie weniger Schall schlucken.

Nicht zuletzt soll das normale Hydrantennetz für die Löschwasserversorgung genügen. Das liefere 800 bis 1500 Liter Wasser pro Minute, führt Bettray aus. "Allerdings benötigen wir, um bestimmte Szenarien effektiv beherrschen zu können, 6000 Liter pro Minute."

(RP)