1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich

Emmerich: Betuwe: Kein Radweg in neuer Unterführung

Emmerich : Betuwe: Kein Radweg in neuer Unterführung

Um 19.45 Uhr stand gestern im Rat fest, dass die geplante Auto-Unterführung am Löwentor keinen Fuß- und Radweg erhalten wird. Das Gremium einigte sich mit Zwei-Drittel-Mehrheit darauf, in die nächsten Gespräche mit Bund und Bahn ohne die entsprechende Forderung zu gehen.

Die neue Auto-Unterführung, die von der Wasserbergstraße unter den Gleisen zu einem neuen Kreisverkehr bei Aldi führen soll, wird im Rahmen der Bahnübergangs-Beseitigung der Betuwe notwendig. Im Vorfeld war dazu durch die Verwaltung erklärt worden, dass Bund und Bezirksregierung einen zusätzlichen Fuß- und Radweg in der neuen Unterführung nicht fördern. Er sei für die Sicherheit nicht notwendig. Das war der Verwaltung von einem Gutachter bestätigt worden.

Damit wird es nur einen Rad- und Fußgängertunnel an der bisherigen Stelle unter den Gleisen geben. Nur größer und hochwertiger.

Sollte die Stadt allerdings auf den zusätzlichen Weg in der Unterführung bestehen, müsste sie mindestens 4,8 Millionen Euro berappen. Geld, das Emmerich nicht hat.

Doch gestern sorgte dann Bahn-Experte Johannes ten Brink (CDU) dafür, dass der Tagesordnungspunkt satte 105 Minuten dauerte. Sein Argument: Da die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer am Löwentor wichtigste Entscheidungsgrundlage sei, müssten Bund und Bahn den Radweg eben doch bezahlen. Weil sonst beispielsweise Rollstuhl- und Radfahrer gefährdet würden, die sich dann durch Hühnerstraße und Mennonitenstraße Richtung Bahnhof quälen müssten. Wobei beide Straßen eben keinen Radweg haben.

  • Vorfall in Düren : Dieb kehrt zum Tatort zurück und rammt Polizisten mit Auto
  • Ein deutscher Fahrer wird nicht um
    Wegen erzwungener Ryanair-Landung : Deutscher Radsport-Bund verzichtet auf EM in Minsk
  • Der Rheinberger Detlef Dammer macht auf
    Bürger weist auf Gefahrensituation hin : Rheinberger Außenwall soll für Radfahrer entschärft werden

Eine Gefahr, die Bund und Bahn als hinnehmbar einschätzen.

Doch neben dem Sicherheitsaspekt wurde schnell deutlich: Die Stadtverwaltung will es sich mit Bund und Bahn nicht verderben. "Wir sind Bittsteller bei diesen Gesprächen und nicht Verhandlungspartner auf Augenhöhe", erklärte Bürgermeister Johannes Diks am Ende des Tagesordnungspunktes.

Das heißt: Kommt die Verwaltung bei den nächsten Gesprächen mit einem Ratsbeschluss pro Rad- und Fußweg um die Ecke, vergrault das die zuständigen Behörden. Und da Emmerich noch auf großes Entgegenkommen bei den Übergängen in Elten/Borgheeser Weg angewiesen ist, wurde aus taktischen Gründen diese Kröte geschluckt. Auch wenn alle Ratsmitglieder lieber den zusätzlichen Weg sähen.

(RP)