1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich

Emmerich: Betuwe: Hunderte Bürger studieren die Pläne

Emmerich : Betuwe: Hunderte Bürger studieren die Pläne

Bürger fürchten, dass ihre Kinder in Zukunft gefährlichere Schulwege haben werden. Dass es mehr Lkw-Verkehr auf Seitenstraßen geben wird, und dass sie unter Lärm, Erschütterungen, dem Wertverlust von Häusern leiden werden.

Die Unterlagen zum Ausbau des Betuwe-Abschnitts "Praest-Vrasselt" liegen seit Montag zur Einsicht im Europasaal des Rathauses aus. Bis gestern hatten dort etwa 70 Bürger Einblick genommen. Beim Info-Abend der CDU am Donnerstag war der Saal der Gaststätte "Zu den drei Linden" proppenvoll: Über 200 Besucher waren gekommen.

"Die Maßnahme hat Auswirkungen für die nächsten 100 Jahre und mehr", sagte Willi Roebrock, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Praest: "Wir müssen das Bestmögliche für unsere Kinder und Enkel erreichen."

An der Straße "Praestsches Feld" würde die Unterführung direkt geradeaus auf die B8 gehen. "Es besteht sonst keinerlei Verbindung zum Dorf. Das bedeutet, dass wir zu Kindergarten oder Bäcker über die B8 müssen. Das ist ein großes Sicherheitsrisiko, auch für die Schulkinder", bemängelte ein Anwohner.

Lärmschutz nur auf Antrag

Durch den Wegfall von Bahnübergängen ergäben sich große Umwege für den landwirtschaftlichen Verkehr, lautete eine Klage. Weitere Bürger argwöhnten, dass der Verkehr durch die neuen Unterführungen auf Straßen weitergeleitet werden solle, die viel zu eng dafür seien. Andere befürchteten die Zunahme von Schwerlastverkehr speziell auf der Grüne Straße.

  • Asphaltarbeiten in Grevenbroich : Vollsperrung auf der Rheydter Straße
  • Die Friedrich-Ebert-Straße in der Stadtmitte ist
    Nachhaltigkeit bei Straßenanlage : SPD-Fraktion findet einige Straßen in Dormagen zu breit
  • Beim Unwetter im August 2020 traf
    Klima in Meerbusch : Stadt sorgt vor für nächsten Starkregen

Lärmschutzwände, zwischen zwei und vier Metern hoch, seien nicht überall vorgesehen, warnte Willi Roebrock die Zuhörer und riet ihnen, sich die Pläne ganz genau anzuschauen. Für die dort rot gekennzeichneten Häuser sei die Bahn verpflichtet, passiven Lärmschutz zu bezahlen.

Aber: "Die Bahn tut es nicht automatisch, man muss das persönlich einwenden." Gelb gekennzeichnete Häuser sind nicht für den passiven Lärmschutz vorgesehen, aber die Eigentümer können beantragen, dass die Bahn das durch Gutachter prüfen lässt.

Wer immer sich betroffen fühle — egal wodurch — solle eine Einwendung machen, riet Roebrock. "Es müssen sich viele melden, damit etwas in Bewegung kommt."

(moha)