1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich

Betrugsmasche mit Paket-SMS hat Kreis Kleve erreicht

Auch Frau in Rees bekam die Nachrichten : Betrugs-SMS soll das Handy hacken

Die Polizei warnt vor einer neuen Masche, mit der Kriminelle Kontodaten stehlen wollen. Verschickt werden gefälschte Nachrichten zu angeblichen Paketsendungen. Auch in Rees hat es bereits erste Fälle gegeben.

Ein Bocholter ist gerade erst auf die Masche hereingefallen. Er hatte eine SMS bekommen und wurde aufgefordert, einen Link zu bestätigen, andernfalls würde sein Paket zurückgeschickt. Da der Mann tatsächlich Post erwartete, klickte er auf den Link – mit fatalen Folgen. Nur zehn Sekunden später erhielt der Mann eine Nachricht seines Smartphone-Anbieters: Sein Handy war gehackt worden. Offenbar war es Unbekannten gelungen, eine spezielle Software aufzuspielen, so die Polizei.

 Mit ihrer Masche hoffen die Cyber-Kriminellen, Schadsoftware aufspielen zu können. Sie suggerieren mit ihren Nachrichten, dass die Opfer den Stand der Lieferung eines Paketes verfolgen können. Eine andere Masche täuscht eine Terminbestätigung vor. In manchen Fällen entwickelt sich daraus ein regelrechtes Schneeball-Prinzip – die Täter greifen Kontakte aus dem gekaperten Handy ab und schicken auch an diese ihre SMS-Nachrichten (die SMS-Kosten kommen dann unter Umständen auf den Inhaber des gehackten Handys zu). Durch das Anklicken des Links in der SMS findet das Schneeballsystem dann seine Fortsetzung.

Eine Masche, die jetzt auch den Kreis Kleve erreicht hat. Eine Reeserin bekam über mehrere Tage immer wieder Nachrichten, die sie verunsicherten. Vor allem weil dort immer kürzere Fristen gesetzt wurden: „Letzte Möglichkeit das Paket abzuholen“, lautete eine der Nachrichten beispielsweise. Die Täter nutzen scheinbar derzeit die Corona-Pandemie aus, in der viel online bestellt wird. So ist es sehr wahrscheinlich, auf Personen zu treffen, die einer solchen SMS glauben, da sie selbst Pakete erwarten. Die Reeserin drückte zum Glück nicht auf den Link, da sie auch keine Pakete bestellt hatte.

„Das war genau die richtige Reaktion“, sagt Polizeisprecherin Christina Pitz. Die perfide Masche kursiere inzwischen auch im Kreis Kleve. Sieben Anzeigen wurden Ende März aufgenommen. Christina Pitz schätzt, dass es noch weit mehr Fälle gibt, aber nicht jeder die Polizei einschaltet.

Die Masche sei immer ähnlich: Um die Sendung zu verfolgen, solle man auf den Link in der SMS klicken. Der Link führte dann zu einer App, die man installieren solle. Sobald man die App installiert hat, wird man aufgefordert, die Kontodaten zur Überprüfung der Identität einzugeben. Wer jetzt erst stutzig geworden ist und die App deinstallieren möchte, dem wird der Zugriff auf sein Handy verweigert. „Derzeit sind uns noch keine Fälle bekannt, in denen die Kontodaten eingegeben wurden und es zu einer Geldabbuchung kam“, sagt Christina Pitz. Die Polizei rät dringend davon ab, SMS von unbekannten Absendern zu öffnen und skeptisch zu sein, wenn von der üblichen Sendungsverfolgung eines Pakets abgewichen wird.

Man solle sich auf jeden Fall an die Polizei wenden, wenn man Kontodaten herausgegeben hat. „Denn viele Geldinstitute verlangen inzwischen den Nachweis, dass die Sache angezeigt ist“, erläutert die Polizeisprecherin.

Da sich die Fälle häufen, hat die Polizei Kleve gerade erst aktuell auf ihrer Facebookseite einen Link zum Landeskriminalamt Niedersachsen eingestellt, wo es viele Infos zu der Masche gibt.