Rees: Betroffene kritisieren Antworten der Bahn als "nichtssagend"

Rees : Betroffene kritisieren Antworten der Bahn als "nichtssagend"

Gestern fand der Erörterungstermin zum Betuwe-Abschnitt in Haldern statt. Knackpunkte waren Schallschutz und die Gestaltung des neuen Bahnhofs. Die Stellungnahmen werden zusammengefasst.

Der Bürgermeister sprach schon vorher Klartext. "Was ich von dem Termin erwarte? Nichts? Das können Sie ruhig auch so deutlich schreiben", sagte Bürgermeister Christoph Gerwers, als er gestern Morgen zum Erörterungstermin über den Betuwe-Abschnitt Haldern ins Bürgerhaus kam. "Ich erwarte nicht, dass die Bahn unsere Einwände überhaupt berücksichtigen wird", meinte der Verwaltungs-Chef.

Eine Meinung, mit der er gestern Morgen offenbar nicht allein war. "Lapidar", "nichtsagend" - so seien die Entgegnungen der Bahn auf die Einwände gewesen, hieß es immer wieder. Wie berichtet, hatte die Bahn jedem, der einen Einwand eingereicht hatte, vorher schon die Stellungnahme dazu zugeschickt. Von der Bahn war das als Service gedacht. Mancher empfand die Antworten dagegen eher als Provokation, die die Stimmung im Vorfeld nur zusätzlich anheizte. Harry Schulz etwa hatte eine Gestaltung der Schutzwände aus Glas gefordert. Dazu gab es als Antwort der Bahn den wörtlichen Hinweis, dass sich die "Begriffe Lebens- und Wohnqualität einer objektiven Beurteilung" entziehen.

Knackpunkt für viele ist die künftige Gestaltung des Bahnhofs. Theo Kersting hatte angeregt, doch einen Aufzug zu integrieren. Die Bahn lehnt das ab mit den Hinweis auf den hohen Unterhaltungsaufwand. Zudem würden solche Anlagen immer wieder zerstört. Eine Begründung, über die auch Klaus Syberg nur den Kopf schütteln konnte. "Dann muss da eben eine Kamera installiert werden. Es kann doch nicht sein, dass Anregungen so lapidar abgewiesen werden." Ihn ärgert auch, dass es keinerlei Aussage zu dem Vorschlag gab, doch einen Park- and Ride-Parkplatz am neuen Bahnhof einzurichten.

Weiteres Streitthema ist der Lärmschutz. Viele Halderner fordern, dass nicht nur auf der rechten Seite in Fahrtrichtung Emmerich eine Schutzwand errichtet wird, sondern auch in einigen Bereichen auf der linken Seite. "Im Abschnitt von der Genossenschaft bis zum Bahnübergang sollte es auch Lärmschutz geben", sagt Syberg. Der müsse ja nicht so hoch wie auf der anderen Seite ausfallen. Ohnehin ist es der Wunsch, dass nicht nur auf die Mauer als Lärmschutz gesetzt wird, sondern auch die neueste Technik zum Senken des Lärms eingesetzt wird. "Denn dadurch wäre es dann auch möglich, dass die Wände nicht so hoch werden müssen", sagt Kersting. Der Ortsvorsteher befürchtet nämlich, dass eine Riesenwand wie die "Berliner Mauer" wirken könnte.

Die Resonanz gestern entsprach den Erwartungen der Veranstalter. Rund 70 Gäste kamen. Federführend war die Bezirksregierung, für die Thomas Busch als Versammlungsleiter durch den Termin führte. Die Bezirksregierung sprach von einem "ruhigen Termin", bei dem sachlich diskutiert worden sei.

(RP)