Emmerich: Berührende Ausstellung im Gymnasium

Emmerich : Berührende Ausstellung im Gymnasium

Bei "Doch etwas bleibt" zeigen Jugendliche, wie sie mit dem Thema "Tod und Trauer" umgehen.

"Ich musste lernen, dass jeder Abschied auch ein Anfang sein kann", steht auf einer der Tafeln in den Räumen 517 und 518 des Willibrord-Gymnasiums geschrieben. Bis Mitte Oktober wird hier die Ausstellung "Doch etwas bleibt" gezeigt, in der sich jugendliche Menschen mit den Themen Tod, Trauer und Abschied nehmen beschäftigt haben. "Diese Ausstellung zeigt uns, wie verschiedene junge Menschen ihren eigenen Weg gefunden haben, ihre Trauer zu erleben, auszudrücken und zu verarbeiten", erklärt Ursula Bender, Koordinatorin der Hospizgruppe Emmerich.

Wie vielfältig Trauerbewältigung sein kann, ist beim Blick in die verschiedenen Bereiche der Ausstellung zu sehen. Die Besucher finden auch einen MP3-Player, auf dem ein selbst geschriebenes Lied zu hören ist. An einer anderen Stelle ist ein Tablet installiert, auf dem ein Film läuft. "Jeder verarbeitet das Thema Trauer anders", erklärt Natalie Görs, die gemeinsam mit Andreas Görs die Ausstellung ins Leben rief. Sie betreuen ehrenamtlich den Trauer-Chat des Hospiz' Bedburg-Bergheim und wissen, wie wichtig es für Jugendliche ist, sich mit den Themen Trauer und Abschied nehmen auseinanderzusetzen.

Ursula Bender findet es vor allem wichtig, dass die Besucher am Ende selbst noch etwas zum Thema Trauer schreiben können - natürlich nur, wenn sie wollen. Das Geschriebene wandert dann mit der Ausstellung in die nächste Stadt.

Auch Schulleiterin Inge Hieret-McKay ist der Meinung, dass solch eine Ausstellung wichtig sei: "Eine Ausstellung bietet dem Besucher die Freiheit, aufzunehmen, aber nicht antworten zu müssen, überdenken zu können, aber nicht entscheiden zu müssen, und, letztendlich, sich jederzeit zurückziehen zu können oder erst gar nicht hingehen zu müssen."

In ihrem Grußwort machte sie deutlich, dass Verlust eben nicht immer mit dem Begriff Tod zusammenhängen müsse: "Als vor etlichen Jahren viele Menschen, vor allem aus dem fernen Osteuropa, zu uns kamen, dachten wir an Gewinn, nicht an Verlust. Wir dachten, sie müssten von unserem hohen Lebensstandard beglückt sein." Dabei wurde aber vergessen, dass die neuen Anwohner in ihrer Heimat Freunde und Familien zurückgelassen hatten. Nun könnten auch sie etwas aus "Ein Teil von mir" mitnehmen. Und das sei gerade für junge Menschen besonders wichtig: "Mit dieser Ausstellung haben Jugendliche für Jugendliche ein außerordentliches Geschenk bereitet."

(ve)