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Rees: Beleidigung: Reeser muss 1000 Euro Strafe zahlen

Rees : Beleidigung: Reeser muss 1000 Euro Strafe zahlen

1000 Euro Strafe muss ein 50-jähriger selbstständiger Unternehmer aus Rees bezahlen, weil er auf offener Straße einen 44-jährigen Hamminkelner beleidigte. "Ich soll für etwas bezahlen, was ich nicht gemacht habe? Dagegen werde ich auf jeden Fall Berufung einlegen", ärgerte sich der Mann nach der Urteilsverkündung erregt. Und in Richtung der Ehefrau des Beschimpften, die im Zuschauerraum saß, wetterte er: "Wir sehen uns noch!"

Am 13. September des vergangenen Jahres soll der 50-Jährige mit seinem Auto gegen 12.15 Uhr neben dem Hamminkelner gehalten und ihn als "asoziales Volk" und "Arschloch" beschimpft haben. Vorausgegangen war eine Streitigkeit über die Vermietung eines Wochenendhauses. Der Schwiegervater des Hamminkelners betreibt eine Anlage mit Häusern, in denen das Opfer nebenberuflich als Hausmeister tätig ist. Der Angeklagte hatte eines der Häuser zum August 2012 gemietet, schilderte der Hamminkelner. Dann hörte er über Bekannte, dass der Reeser Diebstähle begangen haben sollte. Eine Schufa-Auskunft war nicht positiv, und er habe den Angeklagten mehrmals auf fremden Grundstücken gesehen: "Bereits im Juni kündigte ich deshalb den Mietvertrag." Doch der Angeklagte war schon eingezogen und hatte neue Schlösser anbringen lassen.

Der Hamminkelner forderte ihn auf, das Haus zu räumen und ihm die Schlüssel zurückzugeben: "Auf die warte ich heute noch." Als der Angeklagte ihn dann Wochen später auf der Straße nicht nur beschimpfte, sondern auch noch den Mittelfinger zeigte und mit den Worten "Ich hau dir eins in die Fresse" bedrohte, habe er ihn angezeigt.

Davon sei nichts wahr, verteidigte sich der Angeklagte. Er habe lediglich gesagt, sein Kontrahent solle "das Gerede" lassen, "sonst werde ich mal zeigen, wer hier asozial ist". Die Gerüchte seien geschäftsschädigend, so der Unternehmer.

Staatsanwalt und Richterin Mareen Hölker glaubten dem Angeklagten aber nicht — zumal er den Zeugen sogar im Gerichtssaal als "Spinner" bezeichnete. "Da kann man sich mühelos vorstellen, dass es bei dem Treffen zu Beschimpfungen kam", so der Staatsanwalt. Da es über den Angeklagten 29 Eintragungen im Strafregister gab und er vom letzten Delikt, einem Betrug, noch unter laufender Bewährung stand, fiel das Urteil mit 50 Tagessätzen zu je 20 Euro recht hoch aus.

(moha)