Emmerich Baustelle B 8: Nach Chaos jetzt Ruhe

Emmerich · Am Montag brach an der Baustelle auf der B 8 in Praest kurzfristig Chaos aus. Meistens sind die Behinderungen des Verkehrs aber lange nicht so gravierend wie erwartet. Nur wenn irgendetwas schief geht, geht gar nichts mehr.

 So sieht es aus, wenn die Ampeln richtig funtionieren: blechernes Chaos. Das ist aber bis jetzt eine Seltenheit.

So sieht es aus, wenn die Ampeln richtig funtionieren: blechernes Chaos. Das ist aber bis jetzt eine Seltenheit.

Foto: Axel Breuer

Am Montagnachmittag spielten die Baustellenampeln verrückt. Für beide Richtungen auf der Bundesstraße 8 zeigten sie weder Rot noch Grün, sondern blinkten gelb. Binnen Minuten bildeten sich beachtliche Staus, entnervte Autofahrer bahnten sich ihren Weg über den Radfahrerstreifen, es wurde ein blechernes Chaos. Irgendwann kam die Polizei, um den Verkehr zu regeln.

Die gute Nachricht bei all dem ist: Solche Vorfälle sind zumindest bislang die Ausnahme. Und das, obwohl die Praester seelisch durchaus darauf vorbereitet waren. Der Landesbetrieb Straßenbau NRW selbst hatte im Vorfeld vor "erheblichen Behinderungen" gewarnt und empfohlen, auf die Autobahn 3 auszuweichen.

"Das ist zurzeit gar nicht nötig", meint der Praester Ortsvorsteher Wilhelm Nakath, der mehrmals am Tag über die Baustelle fährt. Der Verkehr laufe in aller Regel ohne größere Störungen und Wartezeiten. Der Umweg über die Autobahn würde dagegen bedeutend mehr Zeit in Anspruch nehmen, hat er sich ausgerechnet: "Die Ampeln sind gut eingestellt. Man wartet nur wenige Minuten." Er habe auch schon zwei Mal beobachtet, wie Rettungswagen die Baustelle passierten: "Die haben eine Fernbedienung für die Ampel und kamen so ohne Probleme durch."

Morgens und gegen 16.30 Uhr am Nachmittag nehme der Verkehr berufsbedingt zu. Aber trotzdem seien die Wartezeiten bis jetzt nicht sehr lang, so Nakath. Das einzige Problem sei der Bahnübergang. Wenn die Schranken länger geschlossen sind, kann es zu einem Rückstau bis zur B8 kommen — und dann geht nichts mehr.

Die Praester CDU hat einen Antrag an die Stadt gestellt, bei hohem Verkehrsaufkommen im Dorf eine Einbahnstraßenregelung über Grüne Straße und Bahnweg zu installieren. "Wir waren mit Vertretern der Stadt, der Polizei und des Landesbetriebs Straßenbau vor Ort", so der ehemalige Vorsitzende des CDU-Ortsverbands, Willi Roebrock. Aber zurzeit fließe der Verkehr ohne Störungen, es gebe keine Beschwerden. Deshalb bestehe im Moment kein Handlungsbedarf.

Der Praester Patrick Prehn befürchtet, dass viele Menschen den Weg durch den Ort wählen werden, um die lästige Baustelle zu umfahren. "Dann wird es eng, wenn sich beispielsweise der Schulbus und ein größeres Auto auf dem Bahnweg begegnen", gibt er zu bedenken. Deshalb unterstützt er eine Einbahnstraßenregelung. Auch, wenn es zurzeit auf den Straßen wegen der Ferienzeit noch einigermaßen ruhig sei.

Noch ein Problem: Die Schulbushaltestelle liegt in der Baustelle. "Der Bus hält bedarfsmäßig, mal vor der Ampel, wenn er aus Richtung Dorf kommt, mal in der Baustelle", hat Wilhelm Nakath beobachtet. Ob das mit dem Schulbus nach den Ferien auch so funktioniere, müsse abgewartet werden.

Wenn man für eine wichtige Bundesstraße eine neue Fahrbahn wolle, müsse man für die Zeit der Bauarbeiten nun mal Behinderungen in Kauf nehmen, stellte Nakath fest. Wobei sich Vergleiche zu anderen Missständen wohl aufdrängen: "An der Ampel steht man nicht so lang wie am geschlossenen Bahnübergang", schmunzelte der Praester Peter Ising.

(moha)
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