Emmerich: Bahn kann die Eltener nicht beruhigen

Emmerich : Bahn kann die Eltener nicht beruhigen

Info-Abend im Kolpinghaus mit 400 Bürgern. Die Variante von Johannes ten Brink wird erst später geprüft. Einwohner halten das für einen Trick der Bahn. Die Bürgerinitiative will, dass die Stadt schon einmal eine Klage vorbereitet.

Mit einem Lautsprecherwagen waren die Mitglieder der Bürgerinitiative "Rettet den Eltenberg" am Mittwoch durchs Dorf gefahren, um möglichst viele Leute zu mobilisieren. Alle sollten ins Kolpinghaus kommen. Dort fand am Abend eine Infoveranstaltung der Bahn und vom Landesbetrieb "Straßen NRW" zur Betuwe in Elten statt. 400 Bürger kamen.

Michael Teitzel, stellvertretender Projektleiter der DB Projektbau GmbH, erläuterte die Pläne der "Bergfußvariante". Heinz-Gerd Biewald vom Landesbetrieb Straßen NRW erklärte zum Bau der B8, dass es sechs Varianten gebe, die gleichwertig geprüft werden. Die B 8 sei nicht Gegenstand dieses Verfahrens, weil dafür nicht das Eisenbahnbundesamt, sondern die Bezirksregierung zuständig ist.

Im Anschluss an die Referate hatten die Bürger die Möglichkeit, ihre Fragen an Michael Teitzel, Heinz-Gerd Biewald, Dr. Wolfgang Herrmann, Gutachter für Schallschutz und Erschütterungsschutz, und Reiner Landgraf von der DB Netz AG zu stellen.

Hans-Jörgen "Sohni" Wernicke fragte, warum man nicht Bergfuß- und Gleisbettvariante gleichwertig prüfe. "Als der Ten-Brink-Plan kam, lagen die Pläne für die Bergfußvariante schon beim Eisenbahnbundesamt vor, das konnten wir nicht zurücknehmen", meinte Landgraf. "Ich halte das für Ausflüchte und keine ausreichende Erklärung, warum man mit diesem PFV nicht bis zum 13. November, der Offenlegung für die andere Variante, warten kann", sagt Wernicke.

Man warte seit 1992 auf die Komplettierung des Verfahrens, meinte auch Ludger Gerretschen. "Da machen ein paar weitere Monate nichts mehr aus." Die BI, die Stadt und auch der Verschönerungsverein haben einen Antrag auf Aussetzung des Planfeststellungsverfahrens gestellt. Man wolle alle Eltener Vereine aktivieren, zusammen zu arbeiten, so Wernicke.

Gestern hat die Bürgerinitiative die Stadt aufgefordert, schon einmal eine Klage gegen die Bahn vorzubereiten.

Rüdiger Helmich meinte: "Wie haben Sie es nur geschafft, das Verfahren so zu verniedlichen. Die Eltener wollen diese Variante nicht, das haben bereits 5000 Unterschriften gezeigt."

Jürgen Lentjes fragte nach der Höhe der Stützmauern, wenn die B8 in den Berg gegraben würde. Die Länge betrage einige hundert Meter, die Höhe insgesamt zwölf Meter, so Biewald. Johannes ten Brink sprach über eine Lücke beim Erschütterungsschutz in Höhe des Kolpinghauses.

Einige Bürger äußerten Sicherheitsbedenken. "Stimmt es, dass die Niederlande Gefahrengüter durch das Land schickt und die Bahn sich nicht einmischen darf", fragte eine Frau. Für Sicherheitsfragen stehe man mit der örtlichen Feuerwehr im Gespräch, sagte Teitzel.

Auch die Hüthumer meldeten sich. Dietmar Pohl fragte, welche Chance die Vorschläge der Hüthumer für den Bahnübergang Felix-Lensing-Straße habe. Alexander Bossmann fragte, wie die Entschädigung für Grundstücke aussehe und Kurt Reintjes fragte nach dem Verlauf der Felix-Lensing-Straße entlang der Bahn. "Diese kann nach neuesten Überprüfungen näher an die Bahn verlegt werden", sagte Teitzel, der die Bürger ermunterte, in jedem Planfeststellungsverfahren ihre Einwendungen zu formulieren.

(moha)
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