Bäckerei Karl öffnet seine Filialen in Emmerich nicht

Was ist los mit der Großbäckerei Karl? : Filialen in Emmerich dicht, aber niemand will reden

„Darüber müssen Sie nicht berichten“, heißt es in der Zentrale in Hünxe. Vom Insolvenzverwalter gibt es ebenfalls keine Auskunft.

Was geschieht derzeit bei der Bäckerei „Karl“ aus Hünxe? Das Unternehmen hat am Dienstag seine Geschäfte an der Speelberger Straße und an der Steinstraße nicht geöffnet. Sie sollen auch am Sonntag geschlossen gewesen sein.

Ein Hinweisschild an der Tür löst das Rätsel auch nicht. Foto: Christian Hagemann

Im April war bekannt geworden, dass die Bäckerei „Karl GmbH“ nach der Übernahme durch die „Bäckerei KH GmbH“ erneut in finanzielle Schieflage geraten ist. Ende März wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Betroffen sind davon rund 200 Beschäftigte, zurzeit gibt es 38 Filialen, die noch unter dem Namen „Bäckerei Karl“ firmieren. Produktion und Verwaltung befinden sich in Hünxe. Die Filialen gibt es in den Kreisen Kleve und Wesel.

Ein Anruf der Rheinischen Post am Sitz der Firma in Hünxe wurde abgeblockt. „Sie müssen ja nicht darüber berichten, dass unsere Filialen in Emmerich geschlossen sind“, hieß es lediglich.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist der Duisburger Rechtsanwalt Mark Steh bestellt worden. Wie er im April erklärte, prüfte er damals die Möglichkeiten, den Betrieb fortzuführen. Bis Ende April, vielleicht auch erst Ende Mai werde man sehen, wie und ob es weitergeht, hieß es von ihm vor knapp sechs Wochen.

Eine Stellungnahme zu den geschlossenen Filialen sei am Dienstag nicht möglich, hieß es in der Kanzlei.

Wie von Seiten der Gewerkschaft Nahrung (NGG) im April  zu erfahren war, sollte gewährleistet sein, dass die Filialen im April mit Waren beliefert werden. Eine Stellungnahme war auch von der Gewerkschaft am Dienstag nicht zu bekommen. Bei der für den Niederrhein zuständigen NGG in Oberhausen nahm niemand den Hörer ab.

Die „Bäckerei KH GmbH“ hatte im Jahr 2018 die Hünxer Großbäckerei übernommen.

(hg)
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