Emmerich: B220: Lärmschutz soll nächstes Jahr kommen

Emmerich : B220: Lärmschutz soll nächstes Jahr kommen

Die Anwohner des Zeisigweges müssen sich zwar jetzt länger gedulden als erhofft, erhalten aber im nächstes Frühjahr die lang ersehnte Lärmschutzwand. Das ergaben Gespräche der Stadt mit Straßen NRW.

Die Anwohner des Zeisigweges dürfen hoffen: Im Frühjahr 2018 sollen sie den lang ersehenten Lärmschutz erhalten, der sie vor dem Krach der B220 entlang ihrer Grundstücke schützen soll. Das geht aus einem Schreiben hervor, das Anwohner Helmut Groß jetzt von Bürgermeister Peter Hinze erhielt.

Wie berichtet, hatte sich die Nachbarschaft schon seit Jahren für eine solche Schutzmaßnahme eingesetzt. Denn sie können aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens ihre Gärten nicht mehr genießen, werden nachts im Schlaf gestört. Sie fürchten Gesundheitsschäden durch ständigen Lärm, die Abgase, Feinstaub. Dass diese Belastung tatsächlich vorhanden und nicht nur subjektiv als solche empfunden wird, haben die Anwohner sogar Schwarz auf Weiß: Der Zeisigweg war bereits im Jahr 2014 in einem Gutachten als einer von fünf "Lärmbrennpunkten" in Emmerich benannt worden.

Die Eigentümer und Bewohner der Häuser 2 bis 16 hatten sich bereits ein Jahr zuvor mit der Forderung nach "aktivem Lärmschutz" - also einer Schallschutzwand - an den Landesbetrieb Straßen NRW gewandt. Der hatte den Bau für dieses Jahr in Aussicht gestellt, dann aber einen Rückzieher gemacht, weil, wie es in einem Schreiben an die Anwohner hieß, die Stadt Emmerich zugesagte Planungsarbeiten nicht übernommen habe.

Die Stadt hatte dem widersprochen und klar gemacht, dass der Landesbetrieb und nicht das Rathaus für die B220 zuständig sei.

Freitag vor einer Woche gab es ein klärendes Gespräch zwischen der Stadtverwaltung und Straßen NRW. Wie Bürgermeister Hinze an die Anwohner schreibt, sei dabei zugesagt worden, dass der Landesbetrieb ein externes Planungsbüro "einkaufen" wolle, um die Lärmschutzwand im Frühjahr kommenden Jahres bauen zu können. Noch vor den Sommerferien soll es eine Bürgerinfo geben, bei der Betroffene über das Projekt informiert und Detailfragen geklärt werden.

Wie Hinze weiter schreibt, habe Straßen NRW außerdem bedauert, dass der Eindruck entstanden sei, die Stadt trage eine Mitschuld an der Verzögerung. Vielmehr habe Personalknappheit beim Landesbetrieb dafür gesorgt, dass momentan lediglich eine erste Vorplanung für das Bauwerk bestünde.

Zwischenzeitlich hatte sich auch der CDU-Landtagsabgeordnete Günther Bergmann in den Fall eingeschaltet, im Februar eine "kleine Anfrage" an die Landesregierung in der Sache gerichtet und zugesagt, sich für das Ansinnen einsetzen zu wollen.

Die Antwort des zuständigen Ministeriums, die Bauvorbereitung sei noch nicht abgeschlossen, bezeichnete Bergmann als "joviale Umschreibung fürs bis dato zu beklagende Fast-Nichtstun."

(RP)
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