Emmerich: Awo: 14 000 Euro sind futsch

Emmerich : Awo: 14 000 Euro sind futsch

14.000 Euro soll der frühere Vorsitzende der Emmericher Arbeiterwohlfahrt unterschlagen haben. Das hat gestern der Kreisvorstand der Awo mitgeteilt. Nun steht auch der Ortsverein in der Kritik.

Willi Lindemann, der kommissarische Vorsitzende des Emmericher Ortsverbandes erklärte gestern gegenüber der RP, dass die Emmericher Awo nunmehr wohl Anzeige gegen ihren früheren Vorsitzenden erstatten werde. Einen offiziellen Beschluss des Vorstandes darüber gebe es aber noch nicht.

"Bei den Überprüfungen sind Unterschlagungen in den Jahren von 2007 bis jetzt festgestellt worden", so Lindemann. Der frühere Vorsitzende habe auch die Summe von 14 000 Euro eingeräumt. Das Geld habe er offenbar verkonsumiert. "Das ist futsch", so Lindemann.

"Kein Vier-Augen-Prinzip"

Spendengelder oder Mitgliedsbeiträge habe der frühere Vorsitzende nicht unterschlagen, heißt es bei der Arbeiterwohlfahrt. Vielmehr sollen Bareinnahmen und Gelder, die bei Veranstaltungen in die Kasse kamen, unterschlagen worden sein.

In der Sache steht der Emmericher Vorstand innerhalb der Awo inzwischen selbst in der Kritik. Er soll gegen die Grundsätze der Kassenführung verstoßen haben, so ein Vorwurf. "Da wurde nicht einmal das simple Vier-Augen-Prinzip eingehalten, wenn Bargeld eingenommen wurde", sagte ein Insider gestern.

Aufgefallen war der frühere Vorsitzende im Dezember bei einer Sonderprüfung der Kasse. Er wurde seines Amtes enthoben und musste den Schlüssel für das Awo-Heim an der Goebelstraße abgeben. Er hat dort nun bis auf weiteres Hausverbot.

Die SPD-Fraktion im Emmericher Rat hat ihn derweil gebeten, sein Mandat als sachkundiger Bürger vorerst ruhen zu lassen.

Ebenso musste er sich von einem Amt verabschieden, das ihm in den vergangenen Jahren viel Spaß bereitet hat. Beim Awo-Karneval gestern Nachmittag stand er nicht mehr als Sitzungspräsident auf der Bühne. Den Job hat Hans-Jürgen (Lobo) Gorgs übernommen.

Sollte es zu einem Strafverfahren kommen, muss sich der Ex-Vorsitzende wegen Unterschlagung vor dem Richter verantworten.

Das kann nach Gesetzeslage mit einer Gefängnis- oder Geldstrafe geahndet werden.

Die Sache kann für ihn allerdings auch glimpflich ausgehen, weil er nicht vorbestraft ist und sich bislang nichts hat zuschulden kommen lassen.

(RP)