Ausstellung mit Fotos Christoph Buckstegens: Promi-Talk am 10. November in Rees.

Ausstellung Christoph Buckstegen : Fußball-Bilder der anderen Art

Am Sonntag wird im Reeser Rathaus eine Ausstellung mit Bildern Christoph Buckstegens eröffnet. Der Halderner Fotograf widmet sich dem Thema „Fußball“ mit einem ganz speziellen Ansatz, der sogar ohne Ball funktioniert. Zum Ausstellungsbeginn gibt’s eine prominent besetzte Fußball-Talk-Runde.

Kopfbälle, Zweikämpfe, jubelnde Spieler – Bilder des Fußballs sind mittlerweile allgegenwärtig. Dank digitaler Technik zeigen sie heutzutage jedes kleinste Detail haarscharf, doch über die Atmosphäre, die bei einem Fußballspiel herrscht, erfährt der Betrachter meist relativ wenig.

Der Fotograf Christoph Buckstegen (Jahrgang 1964) hat einen ganz anderen Ansatz. Auch er nimmt zur Anpfiffzeit seine Kamera zur Hand, doch seine Bilder zeigen keine Spielszenen und meistens noch nicht mal einen Ball. Und dennoch machen seine Aufnahmen das Erlebnis Fußball förmlich spürbar; die besondere Illumination, die eine Flutlichtanlage hervorruft, der beschwerliche Weg durch Wald und Felder, den Fußballfans auf sich nehmen, um zum Stadion zu gelangen, die unvermeidliche Wurstbude, die Zaungäste, die auf Cola-Kisten stehend zum Spielfeld blicken. 

Mit Bildern wie diesen hat sich Christoph Buckstegen einen Namen gemacht. Viele Preise hat er gewonnen. Eine Auswahl von gut 60 Aufnahmen zeigt der Fotograf ab Sonntag im ersten und zweiten Stock des Reeser Rathauses.

„Fußball unsichtbar“ heißt die Ausstellung, auf die sich Bürgermeister (und Fußballfan) Christoph Gewers schon ganz besonders freut: „Die Verbindung von Kunst und Fußball“ ist hier eine besonders spannende“, sagt er.

Christoph Buckstegen stammt gebürtig aus Isselburg. Er lebt und arbeitet in Haldern und Berlin, hat Foto- und Filmdesign an der Fachhochschule Bielefeld studiert. In seiner Diplom-Arbeit widmete er sich 1994 Fußballstadien und hinterließ dabei einen nachhaltigen Eindruck, weil er das Phänomen Fußball auf eine andere Art zeigte. Seine Aufnahmen wurden anderem vom Magazin „11 Freunde“ veröffentlicht, für das SZ-Magazin begleitete er für eine Titelstory die Torwart-Legende Uli Stein. Fotos von ihm wurden aber auch schon in der New York Times, dem Stern der „Zeit“ oder der FAZ veröffentlicht. Auch mit den Organisatoren des Haldern Pop arbeitet er zusammen. Und er hat einige Bildbände veröffentlicht, beispielsweise über den letzten Spieltag auf dem Gladbacher Bökelberg, aber auch einen, der nichts mit Fußball zu tun hat:  „Rees – Stadt am Rhein“.

Viele der Bilder, die Buckstegen in seiner Ausstellung präsentiert, stammen aus den 1990er Jahren. Die Reihe, die im ersten Stock des Rathauses zu sehen ist, zeigt die besondere Atmosphäre, die bei Flutlichtspielen rund um die Stadien in Braunschweig, Nürnberg, Karlsruhe oder Darmstadt herrscht, natürlich auch in der Hochburg des Fußballs, dem Ruhrgebiet. Und auf fast jedem dieser Bilder meint man, das Stadion im Hintergrund beben zu hören.

„Einige dieser Aufnahmen könnte ich heute so gar nicht mehr machen“, sagt der Fotograf. Zum einen natürlich, weil es die Stadien, in denen sie entstanden, nicht mehr existieren. Zum anderen aber auch, weil sich die Zeiten geändert haben. „Von den Vereinen wird immer mehr reglementiert“, weiß Buckstegen zu berichten. Auch sei es schwieriger geworden, Menschen zu fotografieren. „Das Thema ist gerade bei Fußball-Fans in Zeiten von Facebook sehr sensibel geworden“, sagt der Halderner.

Mehr von RP ONLINE