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Ausstellung im Schlösschen Borghees zeigt Lightpainting von Sabine Gerads

Kulturreihe „Kunst & Klassik“ : Sabine Gerads malt mit Licht und Schneebesen

Die erste Ausstellung des Jahres im Schlösschen Borghees startet am kommenden Sonntag mit Lightpainting-Fotografien.

Wenn am 2. Februar die Reihe „Kunst & Klassik“ mit der ersten Veranstaltung des Jahres fortgesetzt wird, dürfen sich Besucher des Schlösschens Borghees auf eine originelle Bilderreihe freuen. „The Other Side Of Dark – Die andere Seite der Dunkelheit“ heißt die Ausstellung, in der 23 Fotografien gezeigt werden, die Sabine Gerads in den letzten drei Jahren aufgenommen hat. Die Emmericherin hat sich dabei dem Lightpainting, der Lichtmalerei verschrieben. „Das Reizvolle daran für mich ist, dabei auch während des Fotografierens kreativ sein zu können“, erklärt sie.

Um die erstaunliche Wirkung ihrer Bilder zu erzielen, nutzt Sabine Gerads den Zeitraum ihrer Langzeitbelichtungen für den Einsatz unterschiedlichster Lichtquellen, die in der Dunkelheit während der Aufnahme bewegt werden. So lassen sich verschiedene Formen bishin zu ganzen Wörtern erzielen. Nicht nur Taschenlampen, von denen sie mittlerweile eine stattliche Sammlung hat, werden dafür von ihr benutzt, sondern auch schon mal Spielzeug-Lichtschwerter oder selbst erdachte, andere Ausrüstungsgegenstände.

Für das Foto, dass die Einladungskarten der Ausstellung im Schlösschen ziert, wurde ein herkömmlicher Küchenschneebesen zu Hilfe genommen, mit dem glühende Stahlwolle von oben herab verteilt wurde. Der entstandene Effekt: Das Motiv wirkt, als ob Sabine Gerads, geschützt durch einen Regenschirm, in einem Wolkenbruch aus Funken stehen würde.

Die mit einem Selbstauslöser geschossene Aufnahme, die insgesamt drei Minuten dauerte, war in Arnheim an einer Fußgängerbrücke irgendwo im Niemandsland entstanden. Doch hauptsächlich fotografiert Sabine Gerads mit ihrem Helferteam in Emmerich und Umgebung, beispielsweise im Rheinpark oder an der Rheinbrücke. Dabei hat sie ihr Motiv meist schon vor Beginn der Aufnahmen im Kopf. Die passenden Örtlichkeiten entdeckt sie oft zufällig. Und damit es keine Probleme wegen der nächtlichen Lichtreflexe gibt, meldet sie ihre geplanten Fototermine in der Regel sogar bei der Polizei an.

Sabine Gerads ist stolz darauf, dass ihre Bilder nicht am Computer entstehen oder ihre Effekte durch Bildprogramme erzielt werden. „Die Nachbearbeitung setze ich höchstens ein, um den idealen Bildausschnitt auszuwählen“, erklärt sie.

Für den musikalischen Teil der Veranstaltung Kunst & Klassik sorgen am Sonntag Airam de Vera und Wang Lipeng mit einem Gitarrenkonzert. Sie spielen unter anderem klassische Werke von Bach, aber auch von moderneren Komponisten.

Eröffnung: Sonntag, 2. Februar, 11.30 Uhr. Der Eintritt zur Ausstellung (bis 29. März) ist frei. Das Schlösschen Borghees an der Hüthumer Straße 180 ist immer sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

(Markus Balser)