Ausstellung im Rheinmuseum Emmerich zeigt Kupferstiche vom Niederrhein

Kupferstiche im Rheinmuseum : Heimat-Ansichten gestochen scharf

Eine neue Ausstellung im Rheinmuseum zeigt Kupferstiche und Zeichnungen dreier Künstler von Emmerich und dem Niederrhein.

„Es war in den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts üblich, in Wohnzimmern der Emmericher Bürger, die etwas auf sich hielten, Kupferstiche und Zeichnungen von Jan de Beijer und Merian mit Ansichten auf Emmerich an der Wand hängen zu haben. Diese waren damals sehr gefragt und es wurde viel Geld dafür bezahlt.“ Mit diesen Worten begrüßte Museumsleiter Herbert Kleipaß am Sonntagmorgen seine Gäste im Museum.

Viele interessierte Emmericher waren der Einladung gefolgt, um etwas mehr über ihre Heimat zu erfahren. Da die Fotografie erst seit dem 20. Jahrhundert bekannt ist, waren andere Quellen über Städte und ihre Ansicht willkommen. Und es gab solche Quellen. Zeichnungen und Kupferstiche zeigten schon im 16. Jahrhundert ein genaues Bild von Städten am Niederrhein.

Kleipaß selbst war vor allem von den hervorragenden Kupferstichen begeistert. Er erklärte sie so: „Zunächst wird eine genaue Zeichnung angefertigt. Während diese nur einmal vorliegt, kann ein Kupferstich mehrere Abdrucke liefern. Der Kupferstich ist ein Tiefdruckverfahren. Das Motiv, zum Beispiel eine Stadtansicht, wird mit einem Stichel in die Kupferplatte ,gegraben’. Die Vertiefungen nehmen die Farbe auf, die mit einer Walze auf Papier gedruckt wird.“

Drei Namen sollte man sich in Zusammenhang mit Emmerich und dem Niederrhein merken: Braun und Hogenberg (16./17.Jahrhundert), Matthäus Merian (16./17. Jahrhundert) und Jan de Beijer (18. Jahrhundert) Bei einem Rundgang fällt das große Buch von Braun und Hogenberg mit dem Titel „Städte der Welt“ auf. Schon zu dieser Zeit war Emmerich und seine große Bedeutung bekannt. Der Stich zeigt eine starke Befestigung, viele Türme von Kirchen und Klöstern und zahlreiche Schiffe auf dem Rhein. Matthäus Merian zeigte etwa 70 Jahre später ebenfalls eine Ansicht der Stadt mit vielen Schiffen und dem Fort Oranje auf der linken Rheinseite. Jan de Beijer lebte im 19.Jahrhundert und war ein begnadeter Zeichner. Seine Zeichnungen – auch als Kupferstiche –  zierten häufig als Illustrationen viele Bücher. Er lebte viele Jahre in den Niederlanden, besuchte aber gerne Emmerich und den Niederrhein.

In der Ausstellung findet der Interessierte auch ein Bild der Martinikirche. Ein paar Schritte weiter sieht der Besucher ein Bild aus der Zeit, in der die Franzosen den Niederrhein besetzten.Gewaltig droht von der linken Rheinseite das Fort Oranje. Es ist eine Ausstellung, die vielen Emmerichern noch einmal einen Eindruck von dem Emmerich früherer Zeiten gibt.

(H.W.)