Ausbildungsbörse in Emmerich. Firmen suchen Azubis

Emmerich: Firmen spüren demografischen Wandel

Ausbildungsbörse Top Job im Kapaunenberg. Nicht jeder Beruf ist populär, Schüler haben Schwächen.

Im Jahre 2001 veranstaltete die BGE die Top Job-Börse zum ersten Mal. Mittlerweile ist sie zu einem wichtigen Treffpunkt zwischen Unternehmen und Auszubildenden geworden. Am Freitag fand sie bereits zum 17. Mal statt, seit vier Jahren wird sie im großen Saal des Schützenhauses Kapaunenberg ausgerichtet. 37 regionale Aussteller konnten Sigrid Weicht und ihr Team für die Ausbildungsbörse gewinnen.

Nicht nur für die jungen Leute, die erste Gespräche über eine Ausbildung auf Augenhöhe mit Auszubildenden führen können, ist diese Börse wichtig. Immer mehr Personalchefs machen Werbung für ihre Firma.

Und wie sieht es bei den jungen Leuten aus? „Die Anzahl der Bewerbungen ist weniger geworden und auch die Qualität lässt manchmal zu wünschen übrig“, sagt Stephanie Meenen, die in der Personalabteilung der Volksbank tätig ist. Beim schriftlichen Einstellungstest hapere es schon mal an der Rechtschreibung oder einfachen Rechenvorgängen. Dafür seien die Schüler von heute in Bezug auf EDV sehr fit.

Auch Markus Hövelmann von der Spedition Wwe. Theodor Hövelmann spricht über deutlich weniger Bewerbungen gerade bei Berufen wie Berufskraftfahrer. „Da merkt man den demografischen Wandel.“ Probleme in der Berufsschule gibt es schon mal im Fach Rechnungswesen. „Bei solchen Defiziten helfen unsere Mitarbeiter den Auszubildenden aber gerne weiter.“

„Im gewerblich-technischen Bereich hat die Anzahl abgenommen, im kaufmännischen nicht“, sagt Catharina Wolters von KLK oleo. Die Qualität der Bewerbungen ginge von sehr schlecht bis sehr gut. KLK sei gerne auf Jobbörsen. Man komme mit jungen Leuten ins Gespräch und so habe sich schon der eine oder andere beworben.

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Nadine Peerenboom, Ausbildungsleiterin der Sparkasse Rhein-Maas, sagt: „Die Ansprüche an die Azubis haben sich verändert, wir brauchen junge Leute, die kontaktfreudig sind und auf Kunden zugehen können.“

In Mönchengladbach und Krefeld habe Herbrand kein Problem, Azubis zu finden, aber auf dem Land wie Emmerich und Borken, da sei das schon schwieriger, sagt Christoph Brünner von Mercedes.

Eher höhere Bewerberzahlen gibt es dagegen beim Zoll. „Wir bieten eine große Bandbreite an Berufsmöglichkeiten an“, so der Anspechpartner. Auch Markus Palmer, Karriereberater bei der Bundeswehr, spricht über hohe Bewerberzahlen.

Katjes hat noch keine Probleme, die Ausbildungsstellen gut zu besetzen. „Vielfach sind es Kinder und Enkel unserer Mitarbeiter, die nach einem Ferienjob bei uns anfangen“, erzählt Betriebsratsvorsitzende Yvonne Arians, die lange Jahre in der Personalabteilung tätig war.