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Rees: Aus für die Reeser Arkaden

Rees : Aus für die Reeser Arkaden

Es hatte sich abgezeichnet: Landmarken wird sich vom Projekt auf dem Niag-Gelände verabschieden. In wenigen Tagen läuft die Kaufoption für das Areal ab. Es gibt keine Signale, dass das Unternehmen noch aktiv werden wird.

Kurz nach den Sommerferien hatte die Stadt zuletzt mit den Investoren von Landmarken Kontakt. Da hat der Bürgermeister zum letzten Mal mit den Verantwortlichen des Unternehmens über die Vermarktung des Niag-Geländes gesprochen. Danach war Funkstille. Jetzt ist das Projekt wohl erst einmal gestorben. Die Kaufoption läuft Ende des Jahres ab. Auch Eigentümer Niag geht davon aus, dass diese Pläne jetzt erst einmal vom Tisch sind.

Auch im letzten Gespräch zwischen Stadt und Projektentwickler war wieder der Mix von Wohnen und Gewerbe zentrales Thema gewesen. Die Forderung der Politik, zusätzliche Wohnungen auf dem Areal anzubieten, war für Landmarken die Kröte, die das Unternehmen dann doch nicht schlucken wollte oder konnte.

"Das Projekt muss sich unterm Strich noch rechnen", hatte Projektentwickler Thomas Binsfeld immer wieder betont. Über mehrere Jahre hatte sich das Unternehmen intensiv um die Vermarktung bemüht, zuletzt sogar ein fertiges Konzept vorgelegt.

Altlasten

So richtig in Gang kam die Sache aber nie. Die Forderung nach dem Wohnraum war die eine Sache, die mögliche Gefahr, Altlasten auf dem Gelände beseitigen zu müssen, die andere.

Zudem fehlte bis zum Schluss der entscheidende Mosaikstein: ein potenter Ankermieter. Also ein Geschäft, das andere Läden zieht und das Einkaufscenter zu einem Magneten macht. "Wir waren natürlich nicht so vermessen, gleich an Saturn zu denken. Aber etwas in der Art wäre wichtig gewesen, um Schwung in das ganze Projekt zu bringen", sagt der Bürgermeister.

Die Niag richtet sich bereits darauf ein, das Gelände neu am Markt zu platzieren. "Geplant ist, dass wir Anfang des Jahres mit der Stadt einen Termin abstimmen", erläutert Niag-Sprecherin Beate Kronen.

Gemeinsam mit der Kommune will das Unternehmen nach Alternativen für den Standort suchen. "Es geht um eine sinnvolle Entwicklung, die auch politisch durchsetzbar ist", sagt Beate Kronen. Denn eben das sei das Manko der Landmarken-Pläne gewesen.

Die Kommune macht deutlich, dass sie die Planungshoheit hat. Im Klartext: Entstehen kann nur das, was auch politisch gewollt ist. "Und wir wünschen weiter den Mix von Wohnen und Gewerbe", betont Christoph Gerwers. Gleichzeitig schließt er kategorisch aus, dass die Stadt selbst die Fläche erwerben könnte.

Wir geben aber die Hoffnung nicht auf, dass dort etwas Vernünftiges entstehen kann, es brach liegen zu lassen, wäre zu schade. Das will auch die Niag nicht", sagt Gerwers. Kommentar

(RP)