Auftakt des Orgelfestivals in Emnmerich glänzt mit Uraufführung

Konzertreihe in Emmerich: Auftakt des Orgelfestivals glänzt mit Uraufführung

Kantor Torsten Mühlenberg komponierte für die Konzertreihe anlässlich der Renovierung der Peter-Orgel ein imposantes Werk.

Mit einem glorreichen Auftakt ist am Sonntag in der Christuskirche das Orgelfestival anlässlich der Renovierung der Peter-Orgel eröffnet worden. Ansgar Schlei beeindruckte an der Orgel mit seinem facettenreichen Spiel, unterstützt von einem 15-köpfigen Orchester aus Streichern, Horn- und Percussion-Spielern. Die musikalische Leitung hatte Kantor Torsten Mühlenberg.

Mühlenberg begrüßte die Zuhörer in der gut besetzten Kirche. „Mit so vielen haben wir gar nicht gerechnet“, sagte er über die gute Resonanz erfreut. „Im Sommer 2018 wurde unsere Orgel von der Orgelbaufirma Merten aus Remagen aufwändig renoviert“, erzählte der Kantor. Man wolle die Orgel jetzt ausführlich der Gemeinde präsentieren. An verschiedenen Terminen im Januar und Februar spielen auch international renommierte Konzertorganisten beim Orgelfestival.

Am Dreikönigstag begeisterte der Weseler Domorganist Ansgar Schlei. Der Musiker studierte evangelische Kirchenmusik in Hannover und absolvierte 2005 das A-Examen mit Auszeichnung im Fach Künstlerisches Orgelspiel. Seit 2006 ist er Kantor am Weseler Willibrordi-Dom. Zudem ist er Kreiskantor im Kirchenkreis Wesel der Evangelischen Kirche im Rheinland. Über zwei Monitore konnten die Kirchenbesucher die Musiker, die auf der Orgelempore saßen, verfolgen. Robin Kodera führte die Kamera und zeigte in Nahaufnahmen die Fingerfertigkeit an den Instrumenten.

Das Konzert begann „königlich“ mit dem Werk von Michel-Richard Delalande (1657-1726) „Musique Royale“ für Orgel und Pauken. In „Vier kleine Tänze aus Renaissance und Frühbarock“ zeigten sich die Orgelklänge fröhlich und leicht. Viel Applaus gab es für den „Bethler Tanz“ aus dem Wiener Tanzbüchel um 1600 sowie den „Saltarello del Bassa imperial“ aus dem Klavierbuch der Regina Clara Hoff um 1620.

Das Streichorchester präsentierte gekonnt Tschaikowskis „Elegie“, bevor es zu einer Uraufführung kam. Kantor Mühlenberg hatte speziell für das Orgelfestival das „Konzert c-Moll“ für Orgel, Streichorchester, drei Hörner und Pauken komponiert. Der 1959 in Bochum geborene Kirchenmusiker schloss seine Ausbildung in Bayreuth mit Auszeichnung ab. Von 1989 bis 1990 war er Assistent beim Würzburger Bachchor. Das „Konzert c-Moll“ erinnere an das Anschauen eines Fotoalbums, so Mühlenberg über das Werk. Mal halte man inne beim Betrachten eines Fotos, mal blättere man weiter, mal zurück. „Es ist ein musikalisches Mosaik, dessen Teile sich in vier größere Blöcke zusammenfassen und gliedern lassen, wobei die Elemente des Anfangteils in verschiedenen Variationen zu hören sind.“ Die Zuhörer genossen das beeindruckende Werk.

Danach spielte das Streichorchester den bekannten „Kanon“ von Johann Pachelbel (1653 – 1706) und „Air“ von Johann Sebastian Bach (1685 – 1750). Den grandiosen Schlusspunkt setzte das „Orgelkonzert Nr. 1 F-Dur op. 137“ von Joseph Gabriel Rheinberger (1839 – 1901) für Orgel, Streichorchester und drei Hörner. „Er ist der berühmteste Komponist aus dem Fürstentum Lichtenstein, ein Professor des Orgelspiels und einer der vielseitigsten Komponisten des 19. Jahrhunderts“, erklärte Mühlenberg. Mit langanhaltendem stehendem Applaus bedankten sich die Zuhörer bei den Musikern, die von der Empore in den Kirchenraum hinunterkamen, für das beeindruckende Konzert. „Einfach toll“ und „wunderschön“ – so die begeisterten Kommentare.

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