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Emmerich: Auf Entdeckungsreise in der Arbeitswelt

Emmerich : Auf Entdeckungsreise in der Arbeitswelt

Im Berufspraktikum lassen sich erste Eindrücke davon sammeln, wie es im Traumjob wirklich zugeht. Philippa Gerstl und Jonas Krüger vom Gelderner Friedrich-Spee-Gymnasium haben ihres bei der Rheinischen Post gemacht. Sie haben ihre Mitschüler dazu befragt, wie es ihnen so ergeht in der großen weiten Welt der unterschiedlichen Jobs. Die Antworten sind ziemlich vielfältig.

Tim rangiert bei der Bahn

Tim Janoske aus Kerken (16) macht sein Praktikum bei der Cargo Abteilung der Deutschen Bahn. Als "Lokrangierführer" bewegt er Triebwagen in den Bahnhöfen. "Gerade das Rangieren mit neueren Loks macht mir sehr viel Spaß", sagt Tim. An seiner Stelle herrsche eine "super Atmosphäre". Für seine Zukunft kann er sich den Beruf eher weniger vorstellen, wegen der Bezahlung und immer autonomer fahrender Züge. Aber in anderen Bereichen für die Bahn zu arbeiten, das wäre vielleicht etwas für ihn.

Riko nimmt's sportlich

Riko Pinders (17) aus Sonsbeck ist im Fitnessstudio Extra Fit in Geldern. Ihm macht es sehr viel Spaß, er darf an Kursen teilnehmen und Kunden beim Training begleiten. "Aber auch die Arbeit an der Theke", ergänzt er. Besonders, wenn er selbstständig Lösungen für Probleme finden soll: "Wenn Kunden angerufen haben und zum Beispiel ihre Teilnahme an einem Kurs absagen wollten und ich erstmal gucken musste, wie ich das hinbekomme." Der Job rückt für Riko definitiv in die engere Auswahl: Er könnte sein Hobby mit dem Beruf verbinden. Es macht ihm auch Spaß, Leute zu motivieren, damit sie ihr Ziel erreichen.

Thomas baut Böden

Thomas Fingskes (16) arbeitet bei Fliesen Fingskes in Geldern, dem Betrieb seines Onkels. Kein Bürojob - genau das Richtige für ihn. Er durfte selber Fliesen legen oder Zement mischen. Er muss morgens zwar sehr früh raus, aber am Ende sieht er, was er geleistet hat. Besonders spannend war das Verlegen einer Natursteintreppe: "Man hatte mehr zu schleppen, aber ich konnte dabei auch viel lernen." Er weiß nicht, ob er den Beruf ergreifen würde, "da man im Alter schnell Probleme mit den Knien bekommen kann".

Hannah hilft Kindern

Hannah Beisel (16) aus Geldern macht ihr Praktikum in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der LVR-Klinik in Bedburg-Hau. Auf der Station sind Sechs- bis Zwölfjährige. Sie wird in vieles eingebunden, und es wird ihr viel erklärt. "Generell sind meine Aufgaben, die Patienten zu betreuen und zu begleiten, also zum Beispiel die Kinder zur Schule zu bringen", erzählt sie. Sie darf sie auch zu zu Therapien begleiten und zuschauen. Teilweise sei der Altersunterschied zu den Patienten noch zu gering, die Kinder respektieren sie nicht genug. Aber später wäre der Beruf vielleicht etwas für sie.

Jesper schickt Blumen

Jesper Kirking aus Geldern arbeitet bei Grace & Friends in Berlin, einem Versandhaus für Blumen und Hutschachteln. Das ist vielseitig: Jesper hat bei Fotoaktionen mitgewirkt, war bei Geschäftstreffen, hat aber auch das Lager aufgeräumt und sich um den Versand gekümmert. "Der Beruf macht mir Spaß, da es ein sehr kreativer und, wenn man es als solches bezeichnen kann, moderner Beruf ist", erzählte er. Besonders gefallen hat ihm, dass seine Meinung gefragt war, zum Beispiel beim Webdesign oder einer Produktidee. Manche seiner Vorschläge wurden umgesetzt. Einziges Problem: In Berlin vermisst er seine Freunde.

Chantal schreibt fürs Radio

Chantal Groß aus Issum (16) ist beim Radiosender Antenne Niederrhein. Sie schneidet Tonsequenzen, macht Umfragen und schreibt Texte für die Moderatoren. "Zum Teil habe ich Schwierigkeiten, Anmoderationen zu Themen, Nachrichten und Umfragen zu schreiben, so dass sie für den Hörer angebracht und locker klingen", berichtet sie. Aber: "Zu hören, wie die eigene Umfrage oder der Veranstaltungshinweis gesendet wird, ist echt toll."

Melina heilt Kinderherzen

Melina van der Veen (16) aus Sevelen arbeitet im Uniklinikum Bonn in der Kinderkardiologie. Sie hat viel übers Herz gelernt, und über kleine Patienten: "Man muss sich immer ein paar pädagogische Mittel einfallen lassen, um die Kinder zu beschäftigen." Ein Erlebnis war ganz besonders für sie: Sie durfte zusehen, wie Kindern Herzkatheter eingesetzt wurden. Dabei wurde sie gefordert: Die Ärzte fragten sie, welche Bereiche des Herzens wo lägen. Sie kann sich vorstellen, diesen Beruf mal auszuüben.

Roman und Svenja machen Schule

Roman Stachnik (16) und Svenja Spitzer (16) machen ihre Praktika an Grundschulen in Walbeck und Veert. Roman hat Spaß daran, räumt aber auch ein: "Es fällt mir schwer, den Kindern ihre Grenzen zu zeigen, wenn sie zum Beispiel zu laut werden." Aber er sieht das nicht als Last, sondern als Herausforderung: "Meiner Meinung nach ist die Möglichkeit, dass die Kinder vernünftig lernen, nur dann gegeben, wenn ihnen Spaß vermittelt wird." Svenja durfte selbst eine Stunde leiten: "Ich konnte schauen, wie es sich anfühlt, mit einer Klasse allein zu sein."

(RP)