Emmerich: Auch Exponate aus Rees und Emmerich

Emmerich: Auch Exponate aus Rees und Emmerich

In einer Ausstellung, die den Niederrhein und die Niederlande umfasst, geht es natürlich auch um Emmerich und Rees. Als Leihgabe ist unter anderem ein Grabstein vom jüdischen Friedhof in Emmerich zu sehen. Die hebräische Inschrift lobt den "geehrten Meister" Elija Emmerich Gompertz, der für seine Gemeinde die Befreiung vom Leibzoll erstritt und die Einrichtung eines Lehrhauses veranlasste.

Der Grabstein ist mit einer großformatigen Zeichnung des Grafikers Rolf Escher hinterlegt, der zwischen 2015 und 2017 im Auftrag des Museums auf "Zeichnerische Spurensuche am Niederrhein" ging und dabei auch die Emmericher Christophorus-Figur und Details aus der Schatzkammer der Martinikirche festhielt.

Emmerich und Rees werden zudem im Bereich der "sieben Stadtgründungen am Niederrhein" mit künstlerisch gestalteten Tafeln gewürdigt. "In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurden etliche prosperierende Siedlungen am Niederrhein zu Städten", steht auf einer Texttafel. "Im Hintergrund dieser Gründungswelle stand die Gemengelage von klevischem, geldrischem und kurkölnischem Besitz in der Region. Die Landesherren waren bestrebt, ihre Herrschaftsgebiete zu vergrößern, zu verbinden oder wenigstens zu sichern. Stadterhebungen waren ein geeignetes Instrument in diesem Konkurrenzkampf, Städte lockten mit ihren Privilegien Handel und Gewerbe an. Sie hatten ferner das Recht und die Eigenmittel, sich mit Mauern und Türmen zu schützen, und bildeten insofern auch Stützpunkte der Landesherrschaft." Auf der Reeser Tafel wird die wichtige Rolle Irmgards von Aspel erläutert: "Aspel kam durch Schenkung im 11. Jahrhundert in den Besitz Kurkölns uns bildete in den nächsten Jahrhunderten eine wichtige Rolle als Landesburg der Erzbischöfe im Kampf gegen die Grafen von Kleve."

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Der Reeser Geschichtsverein Ressa bietet voraussichtlich am Samstag, 18. August, eine Halbtagestour zur Sonderausstellung im LVR-Niederrheinmuseum mit Führung an.

(ms)