Emmerich: Architekt von Heilig-Geist gestorben

Emmerich : Architekt von Heilig-Geist gestorben

Dieter Georg Baumewerd stand für eine Zeit der Erneuerung der Kirche.

Betrübliche Nachricht für die Seelsorgeeinheit St. Christophorus/Johannes der Täufer: Der Architekt der Heilig-Geist-Kirche, Dieter Georg Baumewerd, verstarb bereits am 19. Dezember nach einem schweren Schlaganfall im Alter von 83 Jahren. "Fünf Architekten beteiligten sich damals am Wettbewerb zum Bau der neuen Kirche, einer Tochter der St. Aldegundiskirche, die ein Lebenstraum des ehemaligen Dechanten Hugo Rogmans war", erinnert sich der langjährige Pfarrer Lambert Brimmers: "Der jüngste Architekt unter ihnen, Dieter Georg Baumewerd aus Münster, bekam von einer breiten Jury für sein Modell den ersten Preis."

Der Planer stand stets für die Zeit nach dem Vatikanischen Konzil (1962), für die Zeit der Erneuerung in der Katholischen Kirche. Der langjährige Professor an der FH Dortmund und ehemalige NRW-Vorsitzende des Bundes der Architekten wurde für die nicht übliche Gruppe von sechs einzelnen Betonelementen trotz so mancher Kritik vielfach gelobt, so Brimmers, der bis 1997 die damals eigenständige Gemeinde leitete. Schließlich sei der Bau originell und interessant. Auf einer Karnevalssitzung der Gesellenfunker, so der emeritierte Pastor in der Festschrift zum 25-jährigen Gemeindegeburtstag, scherzte man und sagte: "Neue Pilzkulturen entdeckt, die teuersten wachsen in Emmerich-Leegmeer!" Neben den Pilzen sprach man auch von Kelchen, Schalen oder Rhabarberblättern. An der Alltagsstraße unterstellen, um eine Mitte versammeln und verweilen, um sich für den weiteren Weg zu rüsten und zu stärken, das wollte Baumewerd zum Ausdruck bringen. Auch zum Weihnachtsfest pilgerten wieder viele Gläubige in den etwas anderen Sakralbau an der Ecke Wassenberg-/ Hansastraße.

Stadtpfarrer Bernd de Baey lobte das Wirken Baumewerds gestern: "Wir haben ihm als Gemeinde sehr vieles zu verdanken und durch seinen mutigen Entwurf konnte hier in Emmerich ein vorbildhafter Kirchenbau entstehen, der eng an den neuen liturgischen Gesichtspunkt des zweiten Vatikanischen Konzils ausgerichtet war." Der Bau habe auch heute nichts von seiner Bedeutung verloren: "Er gibt bis heute vielfältige Möglichkeiten zur Feier einer Liturgie, die die Menschen erreicht.

Mit dem Tod Baumewerds ist der letzte der drei Erbauer der Heilig-Geist-Kirche gestorben. Bereits vor 16 Jahren verstarb Prof. Fred Thieler, der für die blauen himmlischen Wände und den Kreuzweg verantwortlich zeichnete. Dieses Jahr starb Waldemar Kuhn, der das Schrottkreuz erbaut hatte.

Die Beerdigung Baumewerds findet heute in Münster statt.

(DK/bal)
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