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Emmerich: Applaus bei Predigt von Kaplan Olding

Emmerich : Applaus bei Predigt von Kaplan Olding

Nach dem Besuch von Emmericher Gemeindevertretern in Münster ist die Zukunft der Geistlichen weiter offen.

Andrea Schaffeld kam durchaus mit positiven Eindrücken vom Gespräch in Münster zurück. "Es herrschte eine gute Gesprächsatmosphäre und vor allem habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Türen von Seiten des Bistums nicht verschlossen sind."

Bischof Felix Genn sprach zwei Stunden mit den Emmerichern. Foto: Endermann, Andreas (end)

Es gebe durchaus Signale, dass Pastor Karsten Weidisch und Kaplan Olding in Emmerich bleiben könnten. "Wir sind in einem Prozess, es gibt Gesprächsbereitschaft", sagte die Vorsitzende des Rates der Seelsorgeeinheit. Sie verwies dabei auf die gemeinsame Stellungnahme mit dem Bistum (siehe unten).

Für Irritation hat ein Fernsehbeitrag gesorgt, in dem gesagt wurde, dass die beiden Geistlichen ihre Arbeit fortsetzen sollen.

Dazu kam gestern ein klares Dementi von Seiten des Bistums. An der Situation habe sich nichts geändert. "Für Kaplan Olding sind die Rahmenbedingungen klar: Er kann bis zum Sommer 2015 bleiben, wenn er möchte. Er hat aber den Wunsch geäußert, früher zu gehen", so Bistumssprecher Dr. Stephan Kronenburg. Pastor Weidisch habe um seine Entpflichtung gebeten und sei damit offiziell nicht mehr Pfarrer in Emmerich.

"Wir haben deutlich gemacht, dass der Weg, den die Gemeinde mit den beiden Geistlichen eingeschlagen hat, richtig ist." Das sei ausdrücklich auch als Stärkung der dafür Verantwortlichen gemeint. Die Frage, wann denn ein Nachfolger komme, stelle sich derzeit nicht. "Einen neuen Geistlichen zu schicken, würde ja den Konflikt in der Gemeinde nicht lösen. Wichtiger ist es daher, zu einem Versöhnungsprozess in Emmerich zu kommen." Die Frage sei, wie man auf Dauer auch die einbinde, die die Entwicklungen kritisch sehen. Die Situation in der Gemeinde thematisierte auch Kaplan Olding gestern im voll besetzten Gottesdienst in St. Aldedundis. Er habe sich die Lesung nicht ausgesucht, aber die passe wie die Faust aufs Auge, sagte der Geistliche in der Predigt.

"Da hieß es: Ich ermahne Euch, Schwestern und Brüder, denn es gibt Spaltung unter Euch." Mit Schreien und Schuldzuweisung bekäme man die Gemeinde nicht wieder zusammen, mahnte Olding. "Das geht nur, wenn sich alle Menschen wie am Donnerstagabend an die Hand nehmen. Der Donnerstagabend hat uns gezeigt, was wir können, wie unsere Gemeinde funktionieren kann: Hand in Hand mit dem Blick auf das Wesentliche."

Da seien nicht die einzelnen Menschen wichtig, sondern Gott. "Und da haben sich alle Parteien gefälligst den Arsch aufzureißen und das auf den Weg zu bringen." Es gelte jetzt, diese Chance nicht vorbeigehen zu lassen. Egal was aus Münster komme. "Es steht in unserer Verantwortung, die Situation zu nutzen, sich an einen Tisch zu setzen."

Das heißt nicht, dass man alles akzeptieren müsse, in der Bibel steht: Ertragt Euch mit Liebe. "Das müssen nicht nur die Kritiker, sondern wir alle lernen." So eine Gemeinschaft, wie man sie am Donnerstagabend erlebt habe, müsse man jetzt mitnehmen in den Alltag. "Das ist Christentum. So einfach kann es sein." Man müsse einander die Hand reichen, auch das sei ein Zeichen, das von der Menschenkette ausgegangen sei. "Macht weiter", war sein Appell an die Gläubigen.

Die Predigt wurde mehrmals durch Applaus der Gemeindemitglieder unterbrochen.

(RP)