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Rees: "Appell an die Vernunft hilft da wohl nicht"

Rees : "Appell an die Vernunft hilft da wohl nicht"

Immer wieder werden am Mühlenturm ekelhafte Hinterlassenschaften gefunden. Bislang ergreift aber niemand die Initiative. Und die Stadt erklärt, dass ihr gesetzlich die Hände gebunden sind.

Die Anruferin fand klare Worte: "Das ist eine unglaubliche Sauerei!", erzürnte sich die Mutter zweier Kinder, als sie sich an die Redaktion wandte. Der Grund ihres Ärgers waren Exkremente, die sie im Reeser Mühlenturm entdecken musste, als sie das Baudenkmal am Wochenende mit der Familie erklimmen wollte. Die offenbar menschlichen Hinterlassenschaften befanden sich nicht etwa in einer versteckten Rundung des Mühlenturms, sondern lagen auf den oberen Metallstufen. Weil diese durchlässig sind, hatte sich das Schlamassel auch teilweise auf die darunterliegenden Stufen ausgebreitet und war bereits angetrocknet.

"Ich hatte den Eindruck, dass sich da jemand einen sehr ekligen Spaß erlaubt hat", sagt die Frau, die anonym bleiben möchte. "Vielleicht war es eine Mutprobe, aber ganz sicher keine normale Verrichtung einer Notdurft, die allein schon schlimm genug gewesen wäre." Die Stadt Rees reagierte auf die Anfrage der Rheinischen Post überrascht: "Wenn es stimmt, dass Einzelpersonen den Mühlenturm tatsächlich als öffentliche Toilette entfremden, hilft wohl auch kein städtischer Appell an die Vernunft", sagt Stadtsprecher Rainer Janßen. Er betont: "Der Bauhofbetrieb reinigt den Mühlenturm nach Bedarf. Darüber hinaus finden durch einen städtischen Mitarbeiter, der den Mühlenturm auf- und abschließt, tägliche Kontrollen statt." Bei dieser Gelegenheit würden dann auch Abfälle und andere Verunreinigungen entfernt. Eine Videoüberwachung im Innern des Mühlenturms ist aus rechtlichen Gründen nicht erlaubt. Eine Schließung, um unappetitliche Vorfälle wie den beschriebenen zu vermeiden, zieht die Stadtverwaltung nicht in Betracht: "Der Mühlenturm ist ein Wahrzeichen, von dem man einen tollen Blick auf die Stadt und die niederrheinische Landschaft hat", sagt Rainer Janßen. "Dieser Ausblick soll erhalten bleiben."

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Der Mühlenturm, dessen Geschichte bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht, ist noch bis Mitte November täglich von 10 bis 19 Uhr zu besichtigen. Ab dem 16. November ist er bis zum 14. März nächsten Jahres nur samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

86 Stufen führen auf den Mühlenturm, zehn weitere Stufen zu einem aufgesetzten Podest. Die Aussichtsplattform bietet auch ein Horizont-Observatorium, das vor sieben Jahren vom Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) gespendet wurde.

Die neue Rees-Fahne, die der VVV im Juni auf dem Mühlenturm angebracht hat, soll Ende September, kurz nach der Reeser Kirmes, für mehrere Monate eingeholt werden. Im Frühling 2018 wird sie am Palmsonntag wieder gehisst. Die Fahnen-Saison richtet sich nach der Saison der Reeser Rheinfähre "Rääße Pöntje". Der Grund: Von dem Schiff aus können Touristen und Einheimische die mittelalterliche Stadtmauer und den Mühlenturm besonders gut sehen und fotografieren.

(RP)