"Mr. Hayabusa" aus Emmerich: Als Dank: Rennfahrer lässt sich Arzt-Namen auf Kopf tätowieren

"Mr. Hayabusa" aus Emmerich: Als Dank: Rennfahrer lässt sich Arzt-Namen auf Kopf tätowieren

Der Extremsportler Elmar Geulen hat sich den Namen von Chirurg Dr. Martin Theis auf den Kopf tätowieren lassen. Der Mediziner hat ihn nach einem dreifachen Genickbruch operiert. Nun wartet ein Geschwindigkeitsrekord.

Dr. Martin Theis schüttelt mit dem Kopf: "Ein verrückter Kerl, das ist absolut nicht wirbelsäulengerecht", sagt er. "Der Elmar geht über jede Grenze." Dr. Martin Theis ist Orthopäde am Emmericher Krankenhaus. Im Mai diesen Jahres hatte er einen besonderen Patienten: Elmar Geulen, der unter dem Pseudonym "Mr. Hayabusa" Straßenrennen fährt und 15 Speed-Weltrekorde hält — unter anderem den Geschwindigkeitsrekord für ein straßenzugelassenes Motorrad mit Verkleidung von 330,43 km/h.

Am 20. Mai verunglückte der Motorradsportler beim Fischereihafen-Rennen in Bremerhaven. "Ich will links an einen Kontrahenten vorbei, es wird eng. Ich mache das Gas zu und will den Bremsgriff ziehen", erzählt Elmar Geulen. Er rutschte ab, überbremste das Vorderrad und stürzte. Mit dem Kopf schlug er zuerst auf. Vom Rennarzt ließ er sich eine schmerzstillende Spritze geben, bevor er zwei Tage später sein Wohnmobil die 450 Kilometer ins heimatliche Euskirchen fuhr. Die medizinische Untersuchung beim Orthopäden vor Ort ergab dann eine niederschmetternde Diagnose: dreifacher Genickbruch.

In dieser Situation schoss ihm ein Gedanke durch den Kopf: sein Wirbelsäulen-Spezialist Dr. Martin Theis. "Er war der Arzt meines Vertrauens, weil er mir vor knapp zwei Jahren den fünften und sechsten Halswirbel durch eine Platte so fixierte, dass ich schmerzfrei wieder aufs Bike steigen konnte", so der 56-jährige Extremsportler.

Zum Dank ließ er auf seine Rennmaschinen einen Aufkleber mit der Aufschrift "Thanx to Dr. Martin Theis" anbringen. Durch den befreundeten Euskirchener Arzt Dr. Heinz Schorn, der im St.-Willibrord-Spital tätig war, kam der Kontakt zustande. Für "Mr. Hayabusa" war klar: Nur der sollte ihn operieren. Doch es gab ein Problem: Dr. Theis, der selber leidenschaftlicher Motorradfahrer ist, hatte Urlaub. Geulen nahm über Handy Kontakt auf, der Doktor ließ sich die Untersuchungs-CD per Eilpost zusenden — und am Montag danach war er der erste Patient im OP in Emmerich.

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Vier Tage danach war er wieder zu Hause, zwei Monate später saß er schon wieder auf dem Motorrad. Dr. Theis bekam 14 Tage später ein Handyfoto zugesendet: Auf dem Hinterkopf neben der Narbe hat Geulen sich "Thanx Dr. Martin Theis" tätowieren lassen.

Gestern wurde ihm im Krankenhaus das Eisen entfernt, heute geht er nach Hause. Im Januar wartet eine neue Herausforderung: Geulen ist einer von 49 Kandidaten für die Show von PRO 7/SAT 1 "Millionärswahl". Dort wird ihm eine Aufgabe gestellt. "Es wird spektakulär, mehr darf ich nicht verraten", sagt er.

Sein allergrößter Wunsch aber ist, auf einem Salzsee einen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen. Und hoffentlich ohne Verletzungen zu bleiben. Sonst gibt es für ihn sowieso nur eine Wahl: Dr. Theis.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Motorradfahrer lässt sich Namen von Arzt auf Kopf tätowieren

(RP)
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