Emmerich: Aktionsgemeinschaft übt Kritik an den Flughafen-Finanzen

Emmerich: Aktionsgemeinschaft übt Kritik an den Flughafen-Finanzen

Im Gespräch mit der RP hatte Experte Christoph Brützel, Professor für Luftverkehrswirtschaft an der Internationalen Hochschule Bad Honnef, für den Flughafen Weeze eine positive Prognose abgegeben. Die Anlage sei auch für weitere Airlines interessant aufgrund der günstigen Preise.

Zugleich hatte er darauf hingewiesen, dass der Airport im Vergleich zu anderen Flughäfen viel Geld mit dem "No Aviation"-Geschäft verdiene. Also dem Sektor neben dem reinen Flugverkehr.

Zu diesem Bereich hat die Aktionsgemeinschaft gegen Fluglärm und Lutzverschmutzung (AGFL) in einer Presseerklärung Stellung genommen. Darin schreibt die Vorsitzende Hildegard Nigbur: "Der Flughafen benötigt Flüchtlinge, Konzerte und Parkplätze für sein wirtschaftliches Überleben? Auch der Kreis Kleve und die Gemeinde Weeze subventionieren den Airport. Der jährliche Verzicht auf Zinsen in Höhe von knapp 1,4 Millionen ist letztlich nichts anderes als eine Quersubvention."

  • Weeze : Aktionsgemeinschaft übt Kritik an den Flughafen-Finanzen

Die Quersubventionierungen seien falsch, aber sie seien nicht das Kernproblem: "Die kostendeckenden und daher genehmigungspflichtigen Preise am Airport Weeze liegen bei mindestens 21 Euro pro abfliegendem Gast. Genehmigt in 2005 von der Bezirksregierung in Düsseldorf", so Hildegard Nigbur. Damit wäre ein Flugbetrieb in Weeze kostendeckend zu leisten, auch ohne die Erträge aus der Flüchtlingsunterbringung oder aus Zinsverzicht. Nigbur weiter: "Einen Antrag auf neue Preise und dessen Pflichtprüfung auf Kostendeckung scheuen Flughäfen und Politik. Gut für Ryanair, denn die zahlen in Weeze keine vier Euro pro Abflieger." Genau das sei das Problem, Ryanair werde subventioniert, die Quersubventionierungen würden das lediglich verschleiern.

"Ganz davon abgesehen bemerken wir, dass ,die gute Lage' des Niederrhein-Flughafens bis dato nicht einen wirklichen "Run" der Fluggesellschaften auf ihn ausgelöst hat", heißt es in der Presseerklärung der AGFL.

(zel)