Ärztenetzwerk Bocholt, Rhede und Isselburg wird erweitert

Thema Landarzt : „Bohris“ kooperiert mit Klinikum Westmünsterland

Das Ärztenetz von Bocholt, Rhede und Isselburg wird erweitert. Ziel ist die Sicherung der hausärtzlichen Versorgung.

(tt) Aktuell ist die hausärztliche Versorgung in Isselburg gut. „Es wäre Unfug, jetzt eine neue Praxis aufzumachen“, sagt Frank Schaffeld, der sich bei der Stadtverwaltung um das Thema kümmert. Doch der Leiter des Fachbereichs 2 hebt auch mahnend den Finger: „Aber schon in zwei Jahren sieht es hier ganz anders aus. Wir müssen damit rechnen, dass dann drei bis vier Ärzte aufgehört haben.“ Die Lösung liegt also darin, die bestehende Praxis eines ansässigen Mediziners zu übernehmen. „Wir als Stadt stellen dann gerne den Kontakt her, aber die Verhandlungen zwischen den Medizinern sind natürlich eine Privatangelegenheit“, erläutert Schaffeld.

Die Stadt Isselburg rührt weiterhin die Werbetrommel, um die hausärztliche Versorgung in Zukunft zu gewährleisten. Mit dem Ärztenetz Bohris (Bocholt, Rhede, Isselburg) haben die beteiligten Akteure vor Ort das Heft des Handelns selbst in die Hand genommen. Gemeinsam mit dem Ärztenetzwerk und den drei Städten brachten die Beteiligten bereits das Leader-Projekt „Medizinisch gut versorgt und vernetzt in der Region Bocholter Aa“ auf den Weg. Im so genannten Mittelbezirk Bocholt lag die Versorgungsquote immer bei etwa 86 Prozent. Diese Quote konnte dank der Bemühungen gehalten werden, obwohl es zu Praxisschließungen gekommen ist. „Das ist ein Erfolg, denn der Trend im ländlichen Raum sieht anders aus“, verdeutlicht Schaffeld.

Mit dem Ziel, die Qualität der medizinischen Versorgung in der Region zu erhalten und zu verbessern, stand nun ein weiterer Meilenstein an: Das Klinikum Westmünsterland wird ein weiterer Kooperationspartner. Die Partner wollen angehenden Ärzten mit einem Rundum-Sorglos-Paket den Einstieg in den Beruf des Landarztes erleichtern. Das Klinikum zum Beispiel stellt Appartements, die drei Städte und das Ärztenetz stellen Fahrräder, Auto oder Fahrkarten für den ÖPNV zur Verfügung. Freizeitaktivitäten werden von allen Partnern organisiert und vermittelt. Auch gemeinsame Fortbildungen für Beschäftigte im ambulanten und stationären Bereich sollen vor Ort angeboten werden. Darüber hinaus soll der gemeinsame Auftritt zum Beispiel auf Messen oder an Universitäten die Zusammenarbeit und die Bekanntheit der einzelnen Partner erhöhen.

Frank Schaffeld ist voll des Lobes über die Zusammenarbeit beim Thema medizinische Versorgung. „Die Zusammenarbeit ist superb“, sagt Schaffeld. „Das verläuft absolut konstruktiv. So sind alle Werbemaßnahmen immer untereinander abgestimmt.“

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