Emmerich: Ärzte beantworten Fragen zu Darmkrebs

Emmerich: Ärzte beantworten Fragen zu Darmkrebs

Die Gocher Gastroenterologen Karsten Gadow und Gerhard M. Schnitzler sind am heutigen Mittwoch von 17 bis 18 Uhr am Infotelefon der RP. Unsere Leser können den Ärzten ihre Fragen zum Thema Darmkrebs und Vorsorge stellen.

Rund 26.000 Menschen sterben jährlich an Darmkrebs, 60.000 Neuerkrankungen kommen jedes Jahr hinzu. Besonders gefährlich ist diese Krebsart, weil man sie meist erst spürt, wenn es zu spät ist. Darmkrebsvorsorge aber kann die Erkrankung verhindern, weil insbesondere bei der Darmspiegelung Vorstufen des Krebses entdeckt und entfernt werden können. Die Gocher Gastroenterologen Dr. Karsten Gadow und Gerhard M. Schnitzler kommen am heutigen Mittwoch, 14. März, in die Redaktionsräume der Rheinischen Post in Kleve und beantworten von 17 bis 18 Uhr am Telefon Fragen rund um das Thema Darmkrebs. Erreichbar sind sie unter den Nummern 02821 598-24 und 02821 598-35. Die Aktion ist Teil einer Veranstaltungsreihe der Gastro-Liga (Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber), die seit 15 Jahren den Monat März zum "Darmkrebs-Monat" erkoren hat und durch viele Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit Ärzten und Presse-Medien regelmäßig über das Thema informiert.

"Bei jedem dritten Patienten finden wir bei der Darmspiegelung einen Polypen, 0,8 Prozent davon sind bereits kleine Karzinome", berichtet Karsten Gadow von seiner Arbeit. Die Größe der Polypen reiche von Reiskorngröße bis zu drei Zentimetern. Sie werden während der Untersuchung schmerzlos entfernt, deshalb handele es sich bei der Untersuchung um eine echte Vorsorge und keine Frühdiagnostik. "Der Polyp ist in den meisten Fällen ein Vorstadium des Darmkrebses", erläutert Gerhard Schnitzler. Auch die Stuhluntersuchung, die ab dem 50. Lebensjahr bei Gynäkologen, Urologen und Hausärzten als Kassenleistung angeboten wird, ist eine Vorsorge. "Die Spiegelung aber ist der Goldstandard", betont Gadow.

In den letzten Jahren sei das Bewusstsein gewachsen, die Neuerkrankungen seien tatsächlich rückläufig, weil immer mehr Menschen zur Darmspiegelung gehen. Es seien aber immer noch nur 20 Prozent aller Berechtigten, deshalb sei Aufklärung unbedingt notwendig. Die Untersuchung für Männer ab dem 50. und für Frauen ab dem 55. Lebensjahr dauert etwa 15 Minuten und ist durch eine leichte Kurznarkose völlig schmerzlos. Durch eine neue Technik, bei der der Darm während der Spiegelung statt mit Raumluft mit CO2 gefüllt wird, entstehen hinterher auch keine Blähschmerzen mehr.

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Wird ein Polyp gefunden und entfernt, sollte der Patient nach drei oder fünf Jahren - je nach Diagnose - wieder spiegeln lassen, wird keiner gefunden, kann man zehn Jahre bis zur nächsten Untersuchung verstreichen lassen. "Verheiratete Männer haben es gut, die werden meist von ihren Frauen zur Untersuchung geschickt", berichtet Gadow von der Scheu insbesondere der Männer, die Spiegelung durchführen zu lassen. Immer noch sei die Untersuchung für viele ein Tabu. Je aufgeklärter aber die Bevölkerung sei, desto erfolgreicher der Kampf gegen den Darmkrebs.

Als Risikofaktoren nennen die Fachärzte Übergewicht, genetische Vorbelastung und zu viel rotes Fleisch bei der Ernährung. Gibt es nahe Verwandte, die früh an Darmkrebs erkrankt sind, zahlt die Kasse bereits früher die Spiegelung, und zwar genau dann, wenn der Patient zehn Jahre jünger ist als der Familienangehörige zum Zeitpunkt seiner Erkrankung.

Gerhard M. Schnitzler ist seit 1. Januar diesen Jahres an der Seite von Karsten Gadow in der Gastroenterologischen Gemeinschaftspraxis Praxis in Goch, nachdem Hans Olejnik in den Ruhestand gegangen ist. Schnitzler kommt aus Wesel-Ginderich und ist seit zwölf Jahren Facharzt für Gastroenterologie.

(RP)