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Ärger wegen Glasfaser in Elten

CDU kümmert sich um schnelles Netz : Ärger wegen Glasfaser in Elten

Erst kümmerte sich die CDU darum, dass das schnelle Internet nach Elten kam, dann ließ der Service der Firma allerdings nach. Die Christdemokraten hakten nach, erste Erfolge sind sichtbar.

In den Jahren 2017/18 hat sich die CDU Elten stark gemacht für den Ausbau des Glasfasernetzes mit der Deutschen Glasfaser. „Wir sind von Haus zu Haus gelaufen und haben Plakate drucken lassen, um die erforderlichen 40 Prozent zu erzielen“, erzählte Horst Derksen, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Elten. „Leider scheinen nicht alle zufrieden zu sein, es gibt eine Reihe von Problemen, die uns zugetragen wurden“, so Derksen.

Da der Vorstand in seinen Reihen mit Jürgen Frericks einen IT-Fachmann hat, entschloss man sich, eine Umfrage zu starten – nicht nur in Elten, sondern auch in den anderen Ortsteilen Praest, Vrasselt, Dornick und Hüthum, um die Probleme zu konkretisieren. „Wir möchten die Ergebnisse sammeln, um mit der Deutschen Glasfaser über die Probleme zu sprechen und Lösungen herbei zu führen. Da wir uns im Vorfeld für die Glasfaser eingesetzt haben, fühlen wir uns mit verantwortlich, uns darum zu kümmern“, so der Vorsitzende.

     Auf dem Bild zu sehen sind (v.l.) Albert Jansen, Matthias Reintjes, Jürgen Frericks und Horst Derksen.
Auf dem Bild zu sehen sind (v.l.) Albert Jansen, Matthias Reintjes, Jürgen Frericks und Horst Derksen. Foto: Monika Hartjes/Monika Harjtes

Bei der Deutschen Glasfaser handelt es sich um ein privates Unternehmen aus Borken  im Münsterland.

Die Umfrage startete Mitte Juni, erste Ergebnisse gab die CDU Elten jetzt bekannt. Gefragt wurde unter anderem nach Stabilität, Geschwindigkeit und Service-Hotline der Deutschen Glasfaser, auch danach, wo die Fehler auftreten, beispielsweise beim Surfen, IP-TV, Streaming oder Telefonie und welchen Router die Verbraucher benutzen.

210 Personen öffneten die Umfrage, rund 100 Fragebögen wurden ausgefüllt. Jürgen Frericks wertete die ersten Ergebnisse aus. „Der Schwerpunkt dort ist, dass bei vielen seit über eineinhalb Jahren nichts passiert. Die Leute warten auf ihren Anschluss, vor allem die, die erst während der Bauphase einen Vertrag abgeschlossen hatten.“

Dazu erhielt er mehrere Emails mit detaillierten Informationen. Aber auch „Aussetzer“, während man im Internet arbeitet, wurden bemängelt. „Das ist ein allgemeines Problem der Glasfaser“, erklärte Jürgen Frericks. „Wenn abends viele ins Netz gehen, gibt es solche Aussetzer.“

Außerdem wurden verschiedene Routing-Probleme gemeldet. „Das kann auch daran liegen, dass die Leute teilweise mit veralteten Routern arbeiten“, so der IT-Techniker. Im Nachgang nach der Umfrage werde er eine Liste mit Informationen erstellen, wo im eigenen Haus die Knackpunkte liegen können.

Rund 50 Prozent bewerteten die Service-Hotline als schlecht oder sehr schlecht. „Man wird mit allgemeinen Informationen abgespeist, aber das eigentliche Problem wird nicht gelöst“, hat Frericks selbst festgestellt. „Würde man den Kunden gleich mit einem Techniker verbinden, könnte so schon manches Problem gelöst werden.“ Das Problem bei der Glasfaser sei, dass die damaligen Ansprechpartner nicht mehr greifbar sind und man so leider auf die Hotline zurückgreifen müsse, erklärte er.

Diskussionen in Facebookgruppen und auch Gespräche mit dem Ortsvorsteher Albert Jansen würden zeigen, dass die Probleme, die in der Umfrage auftauchen, nur die Spitze des Eisbergs seien, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Matthias Reintjes.

Erstaunlich fanden die Politiker, dass bereits einiges passiert ist, obwohl sie die Ergebnisse der Umfrage noch nicht an die Deutsche Glasfaser weitergegeben haben. „Wenige Tage nach Beginn der Umfrage wurde die Glasfaser aktiv. Plötzlich werden Leute, die seit eineinhalb Jahren warten, von Technikern besucht und der Anschluss gelegt“, erzählte Albert Jansen. Auch die Sache mit den Aussetzern sei bereits verbessert worden, sagte Frericks. Man hoffe, in der nächsten Zeit auch die anderen Probleme zu lösen.

Eine andere „Baustelle“ sei der Außenbezirk, wo Häuser und Höfe noch nicht angeschlossen sind. Dieses „Projekt“ werde durch das Land gefördert, sagte Jansen. Hier habe die Telekom den Zuschlag bekommen. Die Leitungen werden zu einem Drittel als Hochleitungen und zu zwei Dritteln unter die Erde verlegt. Doch nicht alle können auf einen Anschluss hoffen. Auch hier soll es eine Lösung geben. Elten wird zwei 5-G-Funktürme bekommen, einen im Bereich Waldkreuz, den zweiten in Richtung Babberich. „Man setzt kleine Repeater in den Haushalt, die dann auf den 5-G-Turm zurückgreifen können. So brauchen diese Haushalte keine Extraleitung“, erklärte Albert Jansen.