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Emmerich: Ärger mit den Bussen der Bahn

Emmerich : Ärger mit den Bussen der Bahn

Seit Freitag geht auf der Bahnstrecke zwischen Emmerich und Wesel nichts mehr: Das elektronische Stellwerk wird eingerichtet. Dafür fahren Busse – meistens jedenfalls. Der 17-jährige René machte frustrierende Erfahrungen.

Seit Freitag geht auf der Bahnstrecke zwischen Emmerich und Wesel nichts mehr: Das elektronische Stellwerk wird eingerichtet. Dafür fahren Busse — meistens jedenfalls. Der 17-jährige René machte frustrierende Erfahrungen.

 Bus statt Bahn? Viele Pendler verließen sich lieber auf ihr eigenes Auto.
Bus statt Bahn? Viele Pendler verließen sich lieber auf ihr eigenes Auto. Foto: van Offern, Markus

Für den 17-jährigen René fing der Freitag überhaupt nicht gut an. Erst musste er 20 Minuten früher aufstehen, und dann um 6.42 Uhr am Bahnhof auf einen Bus zu warten, der nicht kam. Normalerweise nimmt der junge Mann den Zug um 7.09 Uhr, um pünktlich im Berufskolleg in Wesel anzukommen. Wegen der Einrichtung des neuen elektronischen Stellwerks ist er jetzt auf Ersatzverkehr mit Bussen angewiesen, den die Bahn organisiert. Zum Auftakt gestern klappte das für René schon mal nicht.

Bis kommenden Dienstag, 8. Mai, arbeitet die Bahn an der Inbetriebnahme des Elektronischen Stellwerks (ESTW) Emmerich. In dieser Zeit fahren keine Züge, dafür Busse zwischen Emmerich und Dinslaken. Die Bahn hatte eigens ausführliche Informationsbroschüren dazu drucken lassen, die in den Zügen auslagen. Auch im Internet sind die Abfahrtzeiten der Busse unter www.diebahn.de abzurufen.

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Nicht gleich ein neuer Bus parat

Berufsschüler René und alle, die mit ihm warteten, hatten gestern Pech, bestätigte Bahn-Sprecher Manfred Ziegerath: "Ein Bus ist ausgefallen, nämlich der ab 6.20 Uhr in Dinslaken", erklärte er. "Er ist wegen eines technischen Defekts liegengeblieben. Das ist ärgerlich, aber da konnten wir nichts machen — wir hatten natürlich nicht sofort einen neuen Bus parat." Alle übrigen Verbindungen bis zum Mittag seien aber reibungslos abgewickelt worden: "Uns ist ansonsten nicht bekannt geworden, dass es irgendwo gehakt hätte."

Viele Pendler hatten sich wohl allerdings ohnehin andere Fahrmöglichkeiten organisiert. Auf den Bus um 6.42 Uhr hatten rund zwei Dutzend überwiegend junge Leute vergeblich gewartet. Insgesamt hätten entlang der gesamten Strecke "bedeutend weniger" Fahrgäste als erwartet auf den Busverkehr zurückgegriffen, so Bahn-Sprecher Ziegerath. "Wir gehen davon aus, dass viele Menschen aufs Auto umgestiegen sind." Die Busse brauchen für die Strecke von Emmerich bis Dinslaken 40 Minuten länger als der Zug.

Arbeiten planmäßig angelaufen

Die Arbeiten an den Gleisen seien gestern plangemäß angelaufen, berichtete Ziegerath. "Wir sind fleißig dabei, alte Signale abzubauen und Weichen abzuklemmen. Jetzt arbeiten wir uns langsam vor von der Landesgrenze in Richtung Empel." Am Samstag und Sonntag will man in Wesel im Einsatz sein.

Für den 17-jährigen René endete der Tag übrigens so frustrierend, wie er angefangen hatte. Erst suchte er in Wesel seine Bushaltestelle, dann wartete er wieder vergeblich, schließlich trat er die Heimreise per Linienbus an.

(RP/rl/jco)