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Emmerich: Abgaben gefährden Stadtfeste

Emmerich : Abgaben gefährden Stadtfeste

Die Gema will im nächsten Jahr ihre Tarife anheben. Für für Großveranstaltungen könnte das drastische Folgen haben, weil die Kosten extrem steigen würden. Auch Karneval und Schützenfeste wären betroffen.

Der Bundesverband der Stadtmarketing-Gesellschaften schlägt in einer Presseerklärung Alarm. Wenn die geplanten Änderungen der Gema wirklich Realität werden, worden zahlreiche Stadtfeste vor dem Aus stehen. Klare Worte, die von den Verantwortlichen vor Ort nur bestätigt werden. "Wenn das alles wirklich so kommt, werden die Feste kaputt gemacht", sagt Jupp Bockem von der Reeser Werbegemeinschaft (RWG).

Foto: van Offern, Markus

Im Kern geht es darum, dass die Preise für Veranstaltungen mit Musik drastisch steigen sollen. Bei Stadtfesten soll nicht nur noch für den Bereich gezahlt werden, in dem die Musik spielt, sondern für die ganze Fläche, die von der Musik profitiert. Im Klartext: Es reicht schon, wenn nur eine Band bei einem verkaufsoffenen Sonntag spielt, und schon muss für die ganze Innenstadt bezahlt werden. "Wir werden prüfen, was das für uns bedeutet, es kann aber durchaus das Aus fürs Stadtfest in Rees bedeuten", sagt Bockem.

Foto: Endermann, Andreas

Ähnlich kritisch sehen die Verantwortlichen in Emmerich die Entwicklung. "Wenn das wie geplant umgesetzt wird, wäre das für uns unbezahlbar. Die Entwicklung wäre fatal", sagt Jutta Conrad-Heering von der Wirtschaftsförderung der Stadt. Beim Stadtfest in Emmerich etwa werden momentan nur für die Flächen Neumarkt und Rheinpark bezahlt, geht es nach der Gema, muss für die ganze Stadt gezahlt werden. "Wir werden jetzt erst einmal unsere zwei Großveranstaltungen über die Bühne bringen, danach steht das Thema Gema ganz oben auf der Tagesordnung", sagt sie.

Betroffen sind auch Konzerte. In Bocholt befürchten die Veranstalter, dass ein Open Air gar nicht mehr zu finanzieren sein wird, weil die Ticketpreise unheimlich steigen müssten. Eine Entwicklung, die auch für das Halderner Open-Air unangenehme Folgen haben könnte. Das ist im Lindendorf bekannt: "Wir sind bei diesem Thema bereits in Kontakt mit der Gema", hieß es gestern vom Festivalbüro.

Befürchtet wird auch, dass Schützenfeste oder ganze Karnevalszüge auf der Kippe stehen. Denn Karneval ohne Musik ist ja kaum vorstellbar.

Diese Befürchtung hat in anderen Orten bereits die Politik auf den Plan gerufen. So hat in der Karnevalshochburg Aachen der dortige CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel gefordert, dass es einen Sondertarif oder Rabatt für ehrenamtliche Vereine geben soll. "Es ist nicht akzeptabel, wenn die neuen Gema-Tarife Preissteigerungen von bis zu 400 Prozent für eherenamtliche Karnevals- oder Schützenvereine zur Folge haben", kritisiert er. "Das gefährdet die ehrenamtliche Brauchtumspflege erheblich."

(RP)