Emmerich: 97 Prozent Zerstörung gingen voraus

Emmerich : 97 Prozent Zerstörung gingen voraus

Mehrmals ist die Stadt Emmerich im Zweiten Weltkrieg von den Bomberflotten der Alliierten aus der Luft angegriffen worden. Am schlimmsten traf es die Rheinstadt am 7. Oktober 1944, als es zu einem britischen Doppelangriff auf Kleve und eben Emmerich kam.

Bereits im Mai 1940, als die Deutschen in den Niederlanden einmarschierten, erlebte die Grenzstadt die erste, wenn auch noch kleinere Bombardierung: Ein einzelnes britisches Flugzeug warf die ersten Granaten ab. Es war der erste Zivilangriff auf Deutschland überhaupt.

Damals ahnte noch niemand, dass die Stadt beim schwersten Luftangriff an eben jenem 7. Oktober 1944 zu circa 97 Prozent zerstört werden würde.

Es war ein wahres Inferno, das an jenem Tag über Emmerich hereinbrach. 600 Tote sind zu beklagen. 1000 Menschen werden verwundet, weitere 26 vermisst. Exakt 337 Lancaster-Bomber der Briten werfen ihre tödliche Last über den circa 8000 bis 9000 Emmerichern, die damals dort lebten, ab.

Nach Angaben des Stadtarchivs fielen 665 Sprengbomben (bis zu 1,8 Tonnen schwer) und 707 000 Brandbomben mit einem Gewicht von über 1280 Tonnen auf die Häuser und Industrieanlagen. Zur Brandbeschleunigung fielen auch Kanister mit Phosphor vom Himmel.

Die schwersten Personenschäden waren am Konvikt auf der Baustraße mit 57 Opfern zu verzeichnen. Auch das Krankenhaus wurde schwer getroffen. Die genaue Anzahl an Toten und Verwundeten steht allerdings bis heute nicht fest.

Wer noch einmal Augenzeugen auf der Leinwand sehen will, die die Zerstörung Emmerich schildern, sollte sich den Freitag vormerken. Dann wird im PAN-Kunstforum nämlich der Film "97 Prozent – Die Zerstörung der Stadt Emmerich im Zweiten Weltkrieg" ab 19 Uhr gezeigt. Der in Emmerich geborene Künstler Uli Happe hat den aufwendigen Film gedreht.

(RP)
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