Isselburg: 80 Jahre: Fürst will mit den Anholtern feiern

Isselburg: 80 Jahre: Fürst will mit den Anholtern feiern

Carl Philipp Fürst zu Salm-Salm feiert bald einen runden Geburtstag. Unter anderem gibt es einen Gottesdienst in der St.-Pankratius-Kirche. Der Schlossgarten der Wasserburg ist bei freiem Eintritt geöffnet.

Der 80. Geburtstag von Carl Philipp Fürst zu Salm-Salm steht unmittelbar bevor. Die Feierlichkeiten finden am Pfingstmontag statt. Freunde, Verwandte, Mitarbeiter und Vertreter der Behörden werden zu einem Empfang in die Wasserburg geladen. Gemeinsam mit der gesamten Anholter Bevölkerung wird dann ein Dankesgottesdienst in der St.-Pankratius-Kirche gefeiert. Auch der Schlossgarten wird kostenlos geöffnet.

Das Feiern mit dem gesamten Ortsteil liegt dem Fürsten besonders am Herzen. Mit Anholt und der Wasserburg fühlt er sich verbunden. "Ich bin hier geboren und zur Schule gegangen", sagt Carl Philipp zu Salm-Salm. Sein Abitur hatte er 1954 an einer Jesuitenschule in Bad Godesberg gemacht. "Nach dem Krieg gab es hier nur noch wenige Schulen", erinnert sich der 79-Jährige.

Die Kriegsjahre waren damals für den Jungen prägend und erschreckend zugleich. Sein älterer Bruder starb bei einem Bombenangriff, sein Vater befand sich in Kriegsgefangenschaft. Zudem wurden die Besitztümer der Familie nach Görings "Erlass zum Schutz deutschen Kulturguts" in Kisten verpackt und in einer Zinngrube im Sauerland verstaut.

Damals sei es ein Schock gewesen, zu sehen, wie die Gemälde abtransportiert werden. "Heute bin ich froh, dass es so gekommen ist", sagt der Fürst. Die Burg war nämlich von Bomben schwer getroffen worden und nach dem Krieg eine Ruine. Die Familie lebt jahrelang im Keller. "Das war der einzige Ort, an dem es nicht hereingeregnet hat."

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Die Kunstsammlung blieb auch nach ihrem Auffinden durch die Engländer unberührt. Jede Kiste fand ihren Weg zurück nach Anholt gefunden. Leider gingen viele Gegenstände, die von den Nationalsozialisten als "nicht schützenswert" angesehen wurden, unwiederbringlich verloren.

Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte der Fürst Betriebswirtschaft und arbeitete im Bereich des Banken- und Wirtschaftswesens in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. 1969 fand er seinen Weg zurück nach Anholt und übernahm die Leitung der Fürstlich Salm-Salm'schen Verwaltung in Rhede. Vorher schaute er zunächst seinem Vater über die Schulter. Die Restaurierung der Wasserburg stand im Mittelpunkt. "Mein Vater war mit der Burg 'verheiratet'", erinnert sich der Fürst, der als junger Mann den Ausgaben skeptisch gegenüberstand: "Heute bin ich sehr froh, dass sie gemacht wurden."

Carl Philipp Fürst zu Salm-Salm ist ebenso wie sein Vater sehr stark engagiert, das Erbe, die zahlreichen Bau- und Gartendenkmäler der Familie als Sehenswürdigkeiten zu erhalten. 2009 wurde der Anholter Fürst für sein Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse geehrt.

(sabr)
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