Rees 60 Kilo weniger – in vier Jahren

Rees · Die Reeserin Sarah Hachem fühlt sich wie ein ganz neuer Mensch. Mit ärztlicher Unterstützung hat sie ihr Gewicht fast um die Hälfte reduziert – in kleinen Schritten und ohne auf etwas verzichten zu müssen.

 Sarah Hachem heute: Statt Kleidergröße 52 ist jetzt 38 angesagt. Rechts freut sich Dr. Ursula Knoth über den Erfolg ihrer Patientin.

Sarah Hachem heute: Statt Kleidergröße 52 ist jetzt 38 angesagt. Rechts freut sich Dr. Ursula Knoth über den Erfolg ihrer Patientin.

Foto: Axel Breuer

Die Reeserin Sarah Hachem fühlt sich wie ein ganz neuer Mensch. Mit ärztlicher Unterstützung hat sie ihr Gewicht fast um die Hälfte reduziert — in kleinen Schritten und ohne auf etwas verzichten zu müssen.

Im Jahr 2007 hat es bei Sarah Hachem "Klick" gemacht. "Wenn ich jetzt nichts unternehme, dann vielleicht nie mehr", sagte sich die damals 20-Jährige und traf eine Entscheidung, die ihr Leben grundlegend verändern sollte. Die Reeserin wog damals 128 Kilo. Heute, vier Jahre später, sind es noch 68: "Ich habe mich sozusagen halbiert."

Dass sie heute auf Kleidergröße 38 statt 52 zurückgreifen kann, hat sie ohne Magenverkleinerung, Tabletten, akribisches Kalorienzählen oder Wundermittel hinbekommen. "Mir war von Anfang an klar, dass ich nur über langfristiges Abnehmen in kleineren Schritten einen dauerhaften Erfolg erzielen kann", erzählt sie. Ihr Rezept hört sich dabei ganz einfach ein: regelmäßige Bewegung, keine Zwischenmahlzeiten mehr und so gut wie keine Süßigkeiten oder Knabbersnacks wie Chips. Richtig verzichtet hat sie dabei in den vier Jahren eigentlich auf nichts. "Natürlich habe ich mir auch immer mal wieder etwas gegönnt, dann aber die Tage darauf aufgepasst."

"Auch im Kopf etwas ändern"

Damit ihr Abnehmen auch in gesundheitlich richtigen Bahnen verlieft, nahm sie die regelmäßige Unterstützung einer Ärztin in Anspruch. Die Reeser Allgemeinmedizinerin Dr. Ursula Knoth ist von dem Erfolg ihrer Patientin begeistert: "Frau Hachem hat verstanden, dass es nur mit geänderten Essverhalten alleine nicht getan ist, sondern auch ein ganzheitliches Konzept dahinter steht. Man muss auch im Kopf etwas ändern"

Sarah Hachem fühlt sich heute wie ein ganz neuer Mensch — und das nicht nur körperlich. "Ich war an einem Punkt angelangt, an dem ich durch mein Gewicht immer mehr Probleme bekam. Treppen konnte ich kaum noch steigen, aber auch mein Selbstbewusstsein hat in dieser Zeit sehr gelitten. Ich habe mich nicht mal getraut, mich für eine Ausbildung zu bewerben", erzählt sie. Doch das ist Vergangenheit. Eine Ausbildung im Reeser Agnes-Heim hat sie als Altenpflegerin gerade erfolgreich hinter sich gebracht. Und sie genießt die wiedergefundene Lebensfreude. "Auf der Straße sprechen mich viele an, die sich nicht sicher sind, ob sie wirklich mich vor sich haben", erzählt sie mit einem Lachen.

Dabei gab es aber auch Phasen, die nicht so einfach verliefen. Denn auf einmal blieb ihr Gewicht für ein Jahr bei 83 Kilo stehen. "Das war die schwierigste Zeit", erinnert sich Sarah Hachem. Sie hat trotzdem durchgehalten. Wurde von ihrer Ärztin und ihrer Familie immer wieder motiviert. Und schließlich purzelten die Pfunde wieder.

"Jeder kann das schaffen"

Alle zwei bis drei Monate musste sie sich neue Bekleidung kaufen, doch nun ist damit Schluss. "68 Kilo — das ist das Gewicht, das ich jetzt halten möchte", sagt sie.

Ihre Ärztin hält das für vernünftig und ihre Patientin für gesund: "Die Gefahr von Bluthochdruck und Diabetes Typ 2 ist deutlich reduziert worden". Sarah Hachem könne gut als Vorbild für ähnlich Fälle dienen.

Und die junge Reeserin ist felsenfest überzeugt: "Schaffen kann das jeder, man muss es eben nur wollen."

(RP/rl)