40 Jahre Kinderschützenfest in Praest

Brauchtum : 40 Jahre Kinderschützenfest in Praest

Anfang Juni sucht die St.-Johannes-Bruderschaft Praest die Nachfolger von Emma und Fritz Ophay.

Es war im Jahre 1979, als einige Schützen der St.-Johannes-Bruderschaft Praest auch dem Nachwuchs ein Betätigungsfeld geben wollten. Rückblickend betrachtet war diese Idee tatsächlich Gold wert, denn aus ihren Gedanken entstand das beliebte Kinderschützenfest auf dem Schulhof der Michaelschule und ist seitdem ein fester Bestandteil im Jahreskalender des Dorfes. An jedem ersten Sonntag im Juni fällt um 13.30 Uhr in der Pfarrkirche der Startschuss zum unterhaltsamen Nachmittag.

Die Schützenkameraden Häns Verbücheln, Heinz Weber, Harald Wanders und Josef Tebaay agierten im ersten Jahr zusammen und dazu gesellte sich kurz darauf auch schon Tebaay jun., Hermann-Josef. Nach und nach nahm sich die Truppe immer wieder andere Schützenbrüder mit ins Boot, so dass das Team auch heute noch aus einem halben Dutzend kreativer Köpfe besteht. Patrick Prehn, Matthias Deutz, Thomas Elshoff, Michael Jansen und Dennis Kante kümmern sich aktuell um die Durchführung des ereignisreichen Tages.

Das erste Kinderkönigspaar 1980, Dirk Abbing und Petra Wismans. Foto: prehn

Über das Wirken des Organisationsteams hinaus bedarf es aber nach wie vor auch der Mithilfe zahlreicher Vereinsmitglieder. Jahr für Jahr steht ein Großteil der Schützenzüge parat, um Spielstände aufzubauen und zu betreuen oder Getränke auszuschenken. „Ohne das Engagement der einzelnen Züge ist an die Durchführung dieser Veranstaltung gar nicht zu denken“, sagt Patrick Prehn und hofft, dass man auch weiterhin auf deren tatkräftige Unterstützung zählen kann. In jedem Jahr bestückt der Thron die Cafeteria. Das Blasorchester Praest und der Spielmannszug spielen alljährlich für den Schützennachwuchs auf und sorgen für den stimmungsvollen Rahmen beim Aufmarsch der kleinen Majestäten. Wie bei den Erwachsenen, so begleitet der Schützenvorstand in vollem Ornat, gefolgt von den Vereinsfahnen, das jeweilige Kinderkönigspaar an seinem großen Tag.

Kinderkönigspaar 1981, K.-H. Schnetzer und Iris Overgoor. Foto: prehn

40 Jahre Kinderschützenfest heißt auch 40 junge Majestäten. Erster Kinderkönig wurde damals Dirk Abbing, der sich Petra Wismans an seine Seite wählte. Ihnen folgten bis heute 38 stolze Jungen und Mädchen. Und am 2. Juni wird das 40. Kinderkönigspaar ermittelt. Das königliche Paar nimmt nach der feierlichen Inthronisierung auf dem Schulhof auch beim Schützenfest der Bruderschaft am großen Festakt teil. Begleitet von Pauken und Trompeten werden sie am Schützenfestmontag immer in einem geschmückten Cabrio durch das Dorf chauffiert.

Neben den unterhaltsamen Spielstationen standen und stehen natürlich auch beim Schützennachwuchs die Schießwettkämpfe im Focus. Dank vieler Gönner und Sponsoren locken auch hier in jedem Jahr attraktive Preise die Kinder zur Teilnahme. Wurde der erste Kinderschützenkönig noch mit einem Luftgewehr ausgeschossen, agiert man heute innovativ mit einem Lasergewehr.

Während es jahrelang dem männlichen Nachwuchs vorbehalten war, sich den Königstitel mit dem finalen Schuss auf den Holzvogel zu ergattern, hat auch hier die Gleichberechtigung Einzug gehalten. Diese neue Regel machte sich im vergangenen Jahr auch Emma Ophay zu Nutzen und sicherte sich mit scharfem Blick und sicherer Hand den Rumpf des hölzernen Federviehs und die damit verbundene Königinnenwürde. Ihr Regentenjahr verbringt sie nun mit ihrem Bruder Fritz.

Einer der Gründerväter ist immer noch mit von der Partie. Hermann-Josef Tebaay, wie er selbst beschreibt „mittlerweile von der ersten in die dritte Reihe gerutscht“, steht immer noch gerne mit helfender Hand parat. Gemeinsam mit seinem Zugkollegen Uli Lümen händigt er heute den teilnehmenden Kindern zu Beginn des bunten Treibens das wichtigste Utensil des Tages aus, nämlich den Laufzettel. Darauf vermerkt sind alle Spielstationen, die die Kinder bis zum 14. Lebensjahr im Laufe des Nachmittags ansteuern können.

Während die Kinder sich jedes Jahr von Geschicklichkeitsspielen und sportlichen Wettkämpfen begeistern lassen, begeistert Tebaay nach wie vor die fröhliche Ausgelassenheit des Schützennachwuchses und der Gastkinder, die natürlich auch teilnehmen dürfen. Gegen einen geringen Betrag können sich auch nicht-ortsansässige Kinder an den einzelnen Disziplinen, ausgenommen dem Königschießen, vergnügen.

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