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Emmerich: 2015 - Das Jahr der Bürgermeisterwahlen

Emmerich : 2015 - Das Jahr der Bürgermeisterwahlen

Wahllokale öffnen am 13. September. Stichwahlen sind 14 Tage später geplant. Vielerorts sind noch nicht alle Kandidaten benannt. Nur in der Gemeinde Bedburg-Hau ist Peter Driessen schon im Mai 2014 wiedergewählt worden.

Kleve 2015 ist Wahljahr: Im Wahlkreis Kleve stellen sich in insgesamt 14 Kommunen die Bürgermeisterkandidaten und auf Kreisebene der Landrat dem Wähler für die kommenden fünf Jahre. Dann, 2020, werden Räte und Bürgermeister wie Kreistag und Landrat wieder in einem Wahlgang vom Bürger bestimmt. Öffnen werden die Wahllokale am Sonntag, 13. September, um 18 Uhr werden sie geschlossen. Dann wird gezählt.

 In Kleve tritt der amtierende Bürgermeister Theo Brauer in den Ruhestand. Hochschulpräsidentin Marie-Louise Klotz ist im Gespräch.
In Kleve tritt der amtierende Bürgermeister Theo Brauer in den Ruhestand. Hochschulpräsidentin Marie-Louise Klotz ist im Gespräch. Foto: van Offern, Markus (mvo)

Aber: Die einfache Mehrheit aller Stimmen reichte bei den Wahlen 2009 für das Bürgermeisteramt. 2015 ist das anders. Die Kandidaten brauchen jetzt mindestens 50 Prozent aller Stimmen, um gleich das Mandat für den Chefsessel zu erhalten, informiert die Landeszentrale für politische Bildung NRW. Ist das nicht der Fall, gehen die beiden besten Kandidaten in die Stichwahl. Die Stichwahl findet regulär am zweiten Sonntag nach der Wahl statt. Jede Gemeinde entscheidet aber selber, ob an diesem Sonntag gewählt wird oder beispielsweise einen Sonntag früher oder später. Theoretisch haben Kandidaten Zeit, ihre Unterlagen bis zum 48. Tag vor der Wahl auf den Schreibtisch des Wahlleiters zu bringen, so die Landeszentrale.

 In Rees hat sich die CDU klar und früh positioniert. Christoph Gerwers soll es wieder werden. Die Chancen stehen mehr als gut.
In Rees hat sich die CDU klar und früh positioniert. Christoph Gerwers soll es wieder werden. Die Chancen stehen mehr als gut. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Als Bürgermeister gewählt werden kann, wer mindestens 23 Jahre alt ist, seinen Hauptwohnsitz in Deutschland hat und die deutsche Staatsbürgerschaft oder die eines anderen EU-Landes besitzt. Der Wohnsitz muss nicht zwingend in dem Ort sein, in dem der Kandidat antreten will.

Einige Parteien haben bereits ihre Kandidaten auf den Schild gehoben- oder sie starten gleich mit dem amtierenden Bürgermeister:

Emmerich Die CDU hat sich auf Johannes Diks als ihren Bürgermeister-Kandidaten festgelegt. Zwei Wahlen hat er bereits für sie gewonnen, seine dritte Amtszeit gilt als wahrscheinlich. Seine Gegenkandidaten könnten Peter Hinze (SPD) sein und möglicherweise Joachim Sigmund für die Bürgergemeinschaft Emmerich (BGE). Noch hat die politische Konkurrenz der Christdemokraten allerdings nichts verlauten lassen.

Rees In Rees hat sich die CDU ebenfalls klar und früh positioniert. Christoph Gerwers soll es wieder werden. Man muss kein Hellseher sein, um vorherzusagen, dass der Amtsinhaber im September das Rennen machen wird. Gerwers ist beliebt, gilt als durchsetzungsfähig. Rees ist für CDU-Kandidaten bislang immer eine sichere Bank gewesen. Die SPD hat sich noch nicht dazu geäußert, wer gegen Gewers in den Ring steigen soll. Die Chancen gegen Gerwers dürften ohnehin gering sein. Möglicherweise gibt es auch noch Einzelkandidaten in Rees. Ihr Stimmenanteil dürfte allerdings - wie in den Vorjahren - äußerst gering sein.

Bedburg-Hau Nur einer kann sich in aller Ruhe in seinem Chefsessel zurücklegen: Peter Driessen, Bürgermeister von Bedburg-Hau. Er wurde schon im Mai zusammen mit dem Rat gewählt und bleibt bis 2020 im Amt. Deshalb finden die Wahlen in seiner Gemeinde nicht statt.

Goch Hier hat die CDU vorgelegt. Der Vorstand hat einstimmig Heinz van Baal vorgeschlagen. Die Mitgliederversammlung muss ihn noch bestätigen. Die anderen Gruppierungen wollen sich davon nicht unter Druck setzen lassen. "Wir halten an unserem Fahrplan fest", sagt Ulrich Knickrehm von der zweitstärksten politischen Kraft BFG. Er hält eine eigene Kandidatur ebenso offen wie die Frage, ob man sich mit den anderen Parteien auf einen gemeinsamen Gegenkandidaten einigt. Auch die SPD scheint laut Fraktions-Chef Klaus-Dieter Nikutowski durchaus offen für einen gemeinsamen Kandidaten. Er ist sicher: "Alle haben die gleichen Chancen, da es diesmal keinen Amtsbonus gibt." Schließlich steht fest, dass Amtsinhaber Karl-Heinz Otto nicht mehr antreten wird.

Kalkar Das Forum hatte die etablierten Parteien mit seinem Wahlsieg im Mai geschockt. Erklärtes Ziel war schon damals, den Bürgermeister abzulösen. Da war es kein Wunder, dass das Forum als Erster einen Kandidaten präsentierte. Dr. Britta Schulz tritt an, die anderen Parteien warten noch ab. Vor allem, weil Amtsinhaber Gerhard Fonck erst Ende Januar erklären wird, ob er antritt. Eine Prognose fällt schwer. Beobachter reden davon, dass die Zeit für Fonck spielen könnte, wenn das Forum nicht Ergebnisse liefern kann und die Wähler dann doch lieber wieder das Bewährte nehmen.

Kleve Kleves amtierender Bürgermeister Theo Brauer tritt in den wohlverdienten Ruhestand. In der Kreisstadt hat die CDU ihren Kandidaten gewählt: In einer Kampfabstimmung setzte sich der Ex-Fraktionschef Udo Janssen mit der dünnen Mehrheit von zwei Stimmen gegen Wolfgang Gebing durch. Seitdem wittern die anderen Parteien Morgenluft. Ein Bürgermeister, der nicht von den Christdemokraten gestellt wird, scheint mit einem gemeinsamen Kandidaten/in erstmals möglich. Hoch gehandelt hinter vorgehaltener Hand wird der Name von Hochschulpräsidentin Marie-Louise Klotz, die, tritt sie an, reelle Chancen haben dürfte.

Kranenburg Für die CDU in der Grenzgemeinde ist Bürgermeister Günther Steins gesetzt. Der kennt auch bereits seine Gegenkandidatin: Die Sozialdemokraten wählten Tatjaana Kemper zur Bürgermeisterkandidatin. Kemper ist 46 Jahre alt und wohnt seit 13 Jahren in Kranenburg. Sie arbeitet als Lehrerin an der Kevelaerer Realschule.

Uedem Bislang gibt es hier noch nichts Offizielles. Doch es würde schon einer mittleren Sensation gleichkommen, wenn der parteilose Bürgermeister Rainer Weber nicht wieder antreten und in seine nächste Amtszeit gehen würde. Spannende Frage wird sein, wer tapfer genug ist, sich als Gegenkandidat für den haushohen Favoriten aufstellen zu lassen.

(RP)