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20 Leiharbeiter in Emmerich offenbar mit Corona infiziert und unter Quarantäne gestellt

Befürchtungen eingetroffen : 20 Leiharbeiter in Emmerich infiziert

Die Männer arbeiteten in dem Schlachthof in Groenlo, in dem am Wochenende zahlreiche Corona-Fälle bekannt wurden. Die Stadt Emmerich recherchierte eine Namensliste und verhängte Quarantäne.

Was alle befürchtet haben, ist jetzt eingetroffen: In Emmerich gibt es jetzt einen größeren Fall von Corona-Infektionen in Zusammenhang mit Leiharbeitern, die in niederländischen Schlachthöfen arbeiten. Wie die Stadtverwaltung am Dienstagnachmittag mitteilte, leben in Emmerich am Rhein offensichtlich 20 der in einem Schlachthof in Groenlo (NL) positiv auf den Coronavirus getesteten Leiharbeiter.

Dies geht aus einer Liste hervor, die Bürgermeister Peter Hinze seit kurzem vorliegt. Hinze hatte sich in den vergangenen Tagen intensiv um zusätzliche Informationen auf der niederländischen Seite bemüht, weil die Vermutung nahe lag, dass auch Leiharbeiter, die in Emmerich wohnen, betroffen sind

Am Wochenende war der Fall in Groenlo bekannt geworden. In dem dortigen Schlachthof wurden 147 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte die Gemeindeverwaltung Oost Gelre am Sonntag mit. Einem Bericht der Lokalzeitung „De Gelderlander” zufolge leben 79 der Infizierten in Deutschland, 68 in den Niederlanden.

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Es war wahrscheinlich, dass einige von ihnen auch in Emmerich wohnen. Nachdem sich dies bestätigen ließ, haben die Mitarbeiter des Emmericher Ordnungsamtes daraufhin unverzüglich dafür gesorgt, dass die auf der Liste befindlichen Personen ausfindig gemacht wurden und Quarantäne angeordnet wurde.

Vier Personen konnten laut Stadtverwaltung bisher allerdings noch nicht persönlich angetroffen werden. Derzeit laufe die Ermittlung der Kontaktpersonen.

Vier Objekte werden von der Ordnungsbehörde aktuell komplett unter Quarantäne gestellt. Ob noch weitere Maßnahmen für andere Objekte vorgenommen werden müssen, werde laut Stadt Emmerich aktuell in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Kreises Kleve geprüft.

„Ich weiß, dass auch die niederländischen Behörden große Probleme bei der Ermittlung der persönlichen Angaben zu den Arbeitern hatten. Hier hätte schon vor über einer Woche auf der Grundlage der Anordnung des NRW-Gesundheitsministeriums durch den Kreis Kleve präventiv gehandelt werden können. Es zeigt sich, dass meine Sorge absolut nicht unbegründet war. Wir haben jetzt zwar schnell gehandelt, um den Gesundheitsschutz der Bevölkerung sicherzustellen. Der Fall macht deutlich, dass die Praxis der massenhaften Beschäftigung von osteuropäischen Leiharbeitern in der Fleischindustrie in Deutschland und auch in den europäischen Nachbarländern dringend angegangen werden muss. Es müssen jetzt endlich sämtliche bekannten Sammelunterkünfte von Leiharbeitern überprüft werden“, erneuerte Bürgermeister Peter Hinze seine Forderung.

Kurz vor der Erklärung der Stadt Emmerich hatte es am Dienstag eine knappe Mitteilung aus dem Kreishaus gegeben: „Am heutigen Mittag (26. Mai) ist dem Kreis Kleve eine Liste der Personen übermittelt worden, die in dem fleischverarbeitenden Unternehmen VION im niederländischen Groenlo arbeiten, dort auf SARS-Cov2 getestet wurden und im Kreisgebiet Kleve wohnen. Es handelt sich um 88 Mitarbeiter des Unternehmens, von denen 26 positiv getestet wurden. Die Untere Gesundheitsbehörde des Kreises Kleve hat unverzüglich mit den erforderlichen Maßnahmen begonnen.“ 

Wie die Emmericher Stadtverwaltung der RP auf Nachfrage mitteilte, stammten ihre Informationen bezüglich der infizierten Leiharbeiter zunächst nicht vom Kreis Kleve, sondern aus anderen Quellen.