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Duisburg: Zwischenlösung gesucht

Duisburg : Zwischenlösung gesucht

Nachdem das Verwaltungsgericht Düsseldorf die Errichtung des Übergangsheimes für Obdachlose in Kaßlerfeld gestoppt hat, sucht das Diakoniewerk Duisburg nach einer Zwischenlösung und will vor die zweite Instanz ziehen.

Das Diakoniewerk Duisburg sucht händeringend nach einer Zwischenlösung für ein Übergangsheim für Obdachlose. Durch das Urteil des Verwaltungsgerichtes Düsseldorf vom 4. April war die Baugenehmigung für ein solches Übergangsheim an der Ruhrorter Straße in Kaßlerfeld gestoppt worden. In der Urteilsbegründung hieß es, das Gebiet an der Ruhrorter Straße werde durch ein solches Heim entwertet (Die Rheinische Post berichtete). Im Haus am Hafen können die Obdachlosen aufgrund der maroden Bausubstanz aber auch nicht mehr allzu lange bleiben.

Eigentümer des Hauses am Hafen ist das Immobilien-Management Duisburg (IMD), eine Einrichtung der Stadt Duisburg. Das Diakoniewerk als Träger des dortigen Übergangsheimes für Obdachlose hat das Gebäude gemietet. "Es gibt von Seiten des IMD oder der Stadt keine Frist, bis zu der wir aus dem Haus am Hafen raus müssen. Aber die schlechte Bausubstanz dort, zwingt uns zum Handeln", erklärt Diakoniewerk-Geschäftsführer Sieghard Schilling.

900 000 Euro investiert

Deswegen sucht das Diakoniewerk zusammen mit dem IMD und der Stadt nach einer alternativen Lösung. Eine andere Immobilie muss her oder möglicherweise auch zwei kleinere. "Wir denken in viele verschiedene Richtungen, aber es wird eine schwierige Aufgabe, auch weil uns nun die Mittel fehlen", sagt Schilling. Fünf Jahre hatte das Diakoniewerk bereits gesucht und mit dem Haus an der Ruhrorter Straße endlich eine geeignete Option gefunden. 900 000 Euro für den Kauf und die Renovierung wurden investiert, darunter 100 000 Euro Unterstützungsgelder der Aktion Mensch, die nun zusammen mit der Baugenehmigung auf Eis liegen.

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Das Haus an der Ruhrorter Straße soll nun erst einmal normal vermietet werden. Der dafür benötigte andere Schnitt der Wohnungen verschlingt dabei noch einmal Geld. Langfristig soll das Übergangsheim für Obdachlose aber genau dort entstehen. "Das ist für uns eine grundsätzliche Frage. Jeder Mensch hat ein Recht auf Teilhabe an der Gesellschaft und ein Recht auf Wohnen. Wenn wir das nicht anerkennen, könnte eine Entwicklung in Gang gesetzt werden, die wir alle nicht wollen", so Schilling.

Die Stadt Duisburg und das Diakoniewerk werden deshalb beim Verwaltungsgericht Düsseldorf einen Antrag auf Zulassung für die zweite Instanz stellen. Falls es zu einer Verhandlung des Falles vor dem Oberverwaltungsgericht Münster kommen sollte, rechnet das Diakoniewerk mit einem langatmigen Prozess.

(RP)