Unsere Woche: Zwischen Kälte und Wahnsinn

Unsere Woche: Zwischen Kälte und Wahnsinn

Das Schicksal des 36-jährigen Marcel, der bei Eiseskälte irgendwo an einer abgelegenen Stelle in Duisburg in einem Zelt haust und Nacht für Nacht fürchten muss zu erfrieren, hat viele Leser unserer Zeitung bewegt. Bewegend ist dabei nicht zuletzt die Aussage des sympathisch wirkenden Obdachlosen, dass er im Grunde nur deshalb irgendwie durchkommt, weil er immer wieder auf großzügige Menschen trifft, die ihm helfen. Es gibt berechtigte Hoffnungen, dass sich Marcels Schicksal zum Besseren wendet.

Sein Mut, dass wir über seinen "Absturz" aus dem bürgerlichen Leben berichten konnten und durften, wird für ihn gewiss positive Folgen haben. Auch die RP-Redaktion drückt Marcel die Daumen.

Ein Musical mit dem Titel "Wahnsinn!" bewegt die Duisburger auf ganz andere und harmlose Weise. Die Wolfgang-Petry-Hits, die in eine lockere Rahmenhandlung eingebaut werden, treffen den Geschmack eines großen Publikums. Mittlerweile sind schon mehr als 70.000 Karten verkauft worden. Das ist gut für das Theater am Marientor, für das eine so "wahnsinnige" Belebung überlebenswichtig ist.

  • Obdachlos: Marcel aus Duisburg kämpft gegen die Kälte

Schön, dass Duisburg in einigen Jahren über die größte Schrägseilbrücke Deutschlands verfügen wird. Noch schöner wäre es, wenn das Verkehrschaos in der Stadt in der Gegenwart in absehbarer Zeit gemildert würde, damit der Wahnsinn auf unseren Straßen aufhört.

peter.klucken@rheinische-post.de

(RP)