Duisburg: Zweimal im Schwarzbuch

Duisburg: Zweimal im Schwarzbuch

In der jüngsten Ausgabe des Schwarzbuchs vom Bund der Steuerzahler geht es wieder einmal um die brachliegende Kamerastrecke an der Regattabahn und zudem um das Landesarchiv.

Seit 2006 rostet die Kamerastrecke an der Regattabahn vor sich hin. Eigentlich sollten mit ihrer Hilfe Fernsehkameras längst wunderbare Bilder von spannenden Regatten liefern. Doch nichts da: Bekanntlich ist das Gebilde so wackelig, dass es nicht funktionstüchtig ist. Bereits 2010 nahm der Bundes der Steuerzahler dieses Pleiteobjekt in sein Schwarzbuch auf. Und auch in diesem Jahr ist es wieder aufgeführt. Kein Wunder, denn geändert hat sich wie berichtet seit 2006 nichts.

Die Stadt ist keineswegs uninteressiert daran, was mit dem Schienenstrang im Grünen passieren soll. Aber sie hat den Hersteller, der von ihr bereits 1,2 Millionen Euro von den veranschlagten 1,7 Millionen Euro Baukosten bekommen hat, verklagt. Der seit 2008 andauernde Gerichtsstreit wird wohl vorerst kein Ende finden.

Denn noch immer fehlt das Gutachten des beauftragen Sachverständigen, der vielleicht im kommenden Jahr so weit ist, dass er zu einer fundierten Einschätzung kommt. "Dem Steuerzahler wird hier neben jeder Menge Steuergeld auch noch ganz schön viel Geduld abverlangt", heißt es dazu im Schwarzbuch.

Mit "Abzocke beim Landesarchiv" ist der zweite Duisburg-Beitrag überschrieben. Wie berichtet sind dem Land erhebliche Kosten entstanden, als es das Gelände für das Landesarchiv für angeblich 30 Millionen Euro kaufte.

Bekanntlich hatte der Essener Projektentwickler Kölbl Kruse das Grundstück für einen Bruchteil dieser Summe erworben. Urspünglich wollten die Essener das Landesarchiv-Projekt selbst entwickeln und dann an das Land vermieten. Warum es dazu nicht kam, wie sich die weitaus höheren Kosten für den Landesbaubetrieb zusammensetzen, alles das wird vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt vor Gericht geklärt.

Untreue und Korruption

Denn im Zusammenhang mit dem Innenhafen-Projekt wurden Korruptionsvorwürfe gegen Mitarbeiter des Landesbetriebs laut. Seit Februar 2011 ermittelt die Anti-Korruptions-Staatsanwaltschaft in Wuppertal gegen einige von ihnen wegen des Anfangsverdachts der Untreue und der Korruption, und zwar nicht nur im Zusammenhang mit dem Landesarchiv, sondern auch wegen mehrerer anderer Fälle, in denen der Baubetrieb des Landes involviert ist.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hier wird das neue NRW-Landesarchiv gebaut

(RP)
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