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Duisburg: Zwei ganz oben auf dem Treppchen

Duisburg : Zwei ganz oben auf dem Treppchen

Spannendes Finale der Duisburger Tanztage in der Rheinhausen-Halle: Erstmals gab es zwei Gesamtsieger. Nach fetzigen, akrobatischen und rhythmischen drei Stunden Programm erhielten das Flamenco-Duo Rosa Martinez und Simi sowie der Tänzer Nils Freyer jeweils die Höchstpunktzahl.

Rheinhausen Mit einem Doppelsieg von zwei "High Level"-Kandidaten gingen am Sonntagabend die 23. Duisburger Tanztage in der Rheinhausen-Halle zu Ende. Nach fetzigen, akrobatischen und rhythmischen drei Stunden Programm wurden das Flamenco-Duo Rosa Martinez und Simi sowie der Solotänzer Nils Freyer jeweils mit der Höchstpunktzahl 600 von 600 möglichen Punkten zu den Gesamtsiegern gekürt.

Dass gleich zwei Auftritte mit der Höchstpunktzahl dotiert wurden und sich somit den Titel teilen, ist in der Geschichte der Tanztage bisher noch nicht vorgekommen. "Das gab es noch nie", bestätigte Moderatorin Sabrina Siegel, die wieder frech und unkonventionell durch den Abend führte.

Dabei waren die Auftritte der Sieger sehr verschieden. Während sich Nils Freyer als Spinne in hautengem Kostüm wie ein Schlangenmensch teils grotesk auf- und entfaltete, zeigten die beiden dunkelhaarigen Flamenco-Tänzerinnen, die man leicht für Zwillinge halten könnte, eine fünfminütige moderne und schnörkellose Flamenco-Show.

Professionelle Darbietungen

Insgesamt zeichnete sich das dreistündige Programm am Sonntagabend durch extrem professionelle Darbietungen aus. Den diesjährigen Sonderpreis für Kreativität erhielt die Showtanzgruppe "Germania Girls", Vorjahressieger im Bereich Showtanz und dieses Jahr beste Showtanzgruppe der Sparte High Level. "Nur um das klar zu stellen: Kreativität heißt nicht nur schön basteln. Bei den Mädels passte alles — von A bis Z", erklärte Siegel die Wahl der Jury. Zu abwechslungsreicher Popmusik verbreiteten die 18 Klever Tänzerinnen in knappen Dirndln und blonden Zöpfen "Alpenglitter" — inklusive spektakulärer Hebefiguren und zahlreicher witziger Details wie Stoff-Maßbierkrüge oder Milchkännchen.

Bei den Teens setzte sich die elegante Kombination aus modernem Tanz und Ballett-Elementen der Vierergruppe "J*A*A*M" gegen das Solomariechen Sina Mitteldorf (Platz zwei) von der Tanzsportgemeinschaft Rheinhausen und den Spinnentanz der Gruppe "Cascaya" durch. In der Sparte Jazz und Modern nahmen "Lirico" mit ihrem melancholischen Stück "Gone", übers Lieben und Loslassen verdient den ersten Preis mit nach Hause. Beim Street und Videoclip Dancing setzten sich die Kölner "Rude Girls" mit ihrem getanzten Zickenkrieg ("Battle") gegen die ebenfalls sehr starke "Temptation"-Truppe durch.

Moderner Paartanz zu Rapmusik

Die Sparte Oriental und Folklore entschied die Gruppe "Iberico" für sich, während die Showtanzgruppe der "Ka-Ge-Hei" klar als glitzerndes Inferno in Schwarz-Gold die Sparte Show, Musical und Step dominierte. Dass Hip-Hop nicht nur solo oder in Kleingruppen funktioniert, bewies die erstplatzierte Gruppe "New Fusion", die in Formation eine Art moderner Paartanz zu Rapmusik zeigte. Die Sparte Bühnentanz entschied "Art of" mit einer gefühlvollen Interpretation des deutschen Titels "Auf und davon" von Casper für sich.

(son)